Oberhausener Schüler erkunden den Wochenmarkt

Welche Äpfel dürfen es denn sein? Hermann Sackers (r.) zeigt der Klasse 2b der Schwarze-Heide-Schule sein Obstsortiment.
Welche Äpfel dürfen es denn sein? Hermann Sackers (r.) zeigt der Klasse 2b der Schwarze-Heide-Schule sein Obstsortiment.
Foto: Kerstin Bögeholz / Funke Foto Services
  • Grundschüler erhalten eine Führung über den Sterkrader Wochenmarkt
  • Kinder zählen 90 Obstsorten und stellen fest: Forellen und Kibbelinge schmecken
  • Grundschulklassen und Kindergärten können sich für Rundgänge anmelden

Oberhausen.  Nasskaltes Wetter, eisiger Wind und trotzdem strahlende Kinderaugen: Diese Kombination ist auf dem Wochenmarkt in Sterkrade zu beobachten. Die Klasse 2 b der Schwarze-Heide-Schule von Lehrerin Silvia Puy-Brill hat sich von Mitarbeitern der Stadtverwaltung – Markus Lattenkamp und Sina Illmann – das bunte Treiben in der Sterkrader Innenstadt zeigen lassen. Dabei wurde 75 Minuten lang ausgiebig geschaut, gefragt und geschmeckt.

Duft von Emmentaler und Hähnchen

„Von meinem Büro in der fünften Etage im Technischen Rathaus hab’ ich einen schönen Überblick über den Markt“, erzählt Markus Lattenkamp. Kaum unterwegs, bleibt die Schülergruppe am ersten Käsewagen stehen. Es soll die Zahl der Käsesorten erraten werden. Es sind 30, verrät die Verkäuferin. Gerade als einem der Geruch von Emmentaler und Co. in die Nase steigt, riecht man die kross gebratenen Hähnchen nebenan. Lattenkamp verrät, dass hier gerne die Mitarbeiter der Stadt in der Mittagspause vorbeischauen.

Weiter geht’s an Ständen mit Klamotten, Brötchen und Blumen. Lattenkamp kann getrost als „alter Hase“ auf dem Markt bezeichnet werden – alle paar Meter wird er von Verkäufern gegrüßt. Auch von Hermann Sackers, Inhaber eines riesigen Obststandes vor der St. Clemens Kirche. „Woher kommt das alles?“, wollen die Schüler wissen. „Die Mandarinen kommen aus Spanien per Lkw, die Bananen aus Südamerika per Schiff“, erzählt Sackers. Auch die Obstsorten sollen gezählt werden. 90 lautet die fast einstimmige Antwort – und die stimmt. Als Belohnung wurde jedem Kind ein Apfel versprochen. „Habt ihr die Äpfel verdient?“, fragt Hermann Sackers. „Jaaaa“, schallt es laut im Chor.

Auf dem Großen Markt steht ein Forellenstand – das nächste Ziel der Truppe. „Fallen die ab?“, fragt jemand und deutet auf die hängenden Fische. „Nein, die werden geräuchert“, weiß Schüler Tim. Nach einer detaillierten Vorführung, wie der Räucherfisch zu filetieren ist, darf die Klasse probieren. Ein Schüler ist etwas skeptisch: „Da wirst du schon nicht von sterben“, ruft ihm Mitschülerin Elina zu. Tim hat das Stück Forelle gut geschmeckt. „Ich find’ das auch lecker“, pflichtet ihm Dzenis bei. Lehrerin Silvia Puy-Brill lässt sich von ihren kleinen Feinschmeckern überzeugen und kauft eine Forelle für zu Hause.

Doch damit ist es nicht genug Fisch für heute: Weiter geht’s zum Stand, an dem es unter anderem Kibbelinge (Fischfilets in Backteig frittiert, Anm. der Red.) gibt. „Mein Lieblingsfisch“, ruft Elina, „den rieche ich schon von Weitem“. Als Geschenk gibt es eine Runde heiße Kibbelinge für alle – auch für Marktführer und Autor. Der Kibbeling kommt bei allen noch besser an als die Forelle. Leo sagt: „Mir schmeckt das super, ich hab’ das schon mal gegessen.“ Tina lacht: „Ist das erste Mal, dass ich so viel Fisch esse“.

Als die Frage aufkommt, wofür die schwarzen Matten auf dem Boden liegen, weiß Tim die Antwort: „Die sind für Rollstuhlfahrer und Fußgänger, damit die nicht stolpern.“ Aleksander möchte wissen, weshalb eher wenig Leute unterwegs sind. „Das liegt bestimmt am kalten, nassen Wetter“, meint Lattenkamp. Dann müssen die Schüler zurück in den Unterricht. „Mir hat der Rundgang trotz Regens viel Spaß gemacht, besonders der Fisch war gut“, sagt Dustin.

Die beiden Klassensprecher haben noch eine Überraschung parat: Als Dank für die Führung gibt es eine Packung Schokoriegel für Markus Lattenkamp und Sina Illmann – sehr zu deren Freude.

Führungen sind seit 2012 im Angebot

Bereits seit dem Jahr 2012 werden Führungen für Schulklassen und Kindergärten auf dem Wochenmarkt angeboten.

Interessierte Kindergärten und Grundschulen können sich bei Markus Lattenkamp unter 0208 - 825 3028 oder per E-Mail markus.lattenkamp@oberhausen.de nach einem Termin erkundigen.

 
 

EURE FAVORITEN