Neues Haus in Sterkrade fördert das Miteinander

So soll das Gebäude in Sterkrade an der Timpenstraße zukünftig aussehen.
So soll das Gebäude in Sterkrade an der Timpenstraße zukünftig aussehen.
Foto: Firma Plassmeier
  • Das städtische Büro für Chancengleichheit unterstützt ein innovatives Wohnprojekt in Oberhausen
  • Ein neues Haus an der Timpenstraße in Sterkrade soll mehr als nur Nachbarschaft bieten
  • Die Mieter nutzen einen Gemeinschaftsraum und pflegen so ein intensives Miteinander

Oberhausen.  An der Timpenstraße baut die Plassmeier GmbH 2017 ein seniorengerechtes Mehrfamilienhaus. Das Besondere dabei: Die Parteien haben neben der eigenen Wohnung eine Gemeinschaftswohnung und sollen sie miteinander nutzen.

Auf die Idee kam das städtische Büro für Chancengleichheit. Mitarbeiterin Nese Özcelik besucht jedes Jahr in Gelsenkirchen den Wohnprojekttag, bei dem Konzepte vom Mehrgenerationenwohnen über altersgerechtes Wohnen bis zum betreuten Wohnen präsentiert werden. Dabei stieß sie auf ein Projekt, das den Zweck eines Miteinanders der Bewohner verfolgt.

Vorbilder in anderen Städten

Die Mieter sollen mehr als nur Nachbarn sein und eine Gemeinschaft bilden. „In anderen Städten gibt es solche Projekte schon, es wäre ein Traum, wenn dies in Oberhausen auch klappen würde“, wünschen sich Nese Özcelik und ihre Kollegin Claudia Schmidt.

Die Idee ist modern, aber nicht jeder Mieter begrüßt sie. „Es ist immer schwierig, wenn Menschen in einen Neubau ziehen. Es braucht einige Zeit, bis Kontakte aufgebaut ist. Nicht alle wollen das“, merkt Architekt und Projektleiter Norbert Dosiehn an. An der Timpen-straße muss das also bewusst gefördert werden. Dazu sollen sich die ernsthaft Interessierten vorher bereits kennenlernen.

Das Büro für Chancengleichheit möchte für diese Gruppe Treffen organisieren. Damit hat es gute Erfahrungen gemacht, wenn es gilt, Senioren in alten-gerechte Wohnungen zu vermitteln. „Die künftigen Nachbarn lernen sich dadurch kennen, erzählen von sich und ihren Hobbys und wachsen zusammen“, erklärt Özcelik. Beim Sterkrader Projekt könne so schon vor dem Einzug eine Gemeinschaft entstehen, der beim Einzug feierlich das Gebäude übergeben wird.

Gemeinsam Fußball gucken

Für die Gemeinschaftswohnung bekommt jede Mietpartei einen Schlüssel; er soll – wenn möglich – von allen genutzt werden. Eine vertragliche Pflicht besteht aber nicht. In einem Wohnzimmer können die Nachbarn zusammen Fußball gucken oder in der Küchenzeile gemeinsam kochen. Denkbar wären dabei auch mehrere Generationen. Das Haus ist zwar alten-gerecht ausgestattet, hat etwa breite Türen und ebenerdige Duschen, muss aber nicht zwingend nur von Senioren bewohnt werden. „Alle, die von der Idee überzeugt sind, dürfen einziehen“, sagt Norbert Dosiehn. Dann allerdings verbindlich. Denn die GmbH plant, wie bei anderen Wohnprojekten, ganz normal mit Mieteinnahmen. Die elf Wohnungen sind 54 bis 68 qm groß und kosten monatlich rund 550 bis 700 Euro Miete, ohne Nebenkosten. „Die Gemeinschaftswohnung wird von allen getragen, weshalb jeder monatlich 50 Euro mehr einplanen muss“, sagt Dosiehn.

Interessenten können sich melden

Personen, die an dieser Idee Interesse haben, können sich bei Norbert Dosiehn (Fa. Plassmeier) melden: 0208 - 635 98 50.
Die neue Idee könne eine Initialzündung für Oberhausen sein, hofft der Architekt. Wenn sich keine Interessenten finden, entsteht an der Timpenstraße ein Haus mit zwölf Wohnungen – ohne Gemeinschaftsraum.

 
 

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