Kistenweise Spenden für Flüchtlinge in Osterfeld

Im alten Pfarrhaus wird der gespendete Hausrat für den Verkauf vorbereitet. Ulrike Schultz, Gisela Pamp, Guido Erneck und Sabine Köther (v.l.) haben alle Hände voll zu tun.
Im alten Pfarrhaus wird der gespendete Hausrat für den Verkauf vorbereitet. Ulrike Schultz, Gisela Pamp, Guido Erneck und Sabine Köther (v.l.) haben alle Hände voll zu tun.
Foto: FUNKE Foto Services
Seit April gibt es die Initiative „Wir sind da“. Im alten Pfarrhaus an der Kapellenstraße hat sie ein Hausrat-Depot eingerichtet.

Oberhausen.. Platz gibt es hier eigentlich nicht mehr. In den Fluren und sechs Zimmern des ehemaligen Osterfelder Pfarrhauses an der Kapellenstraße türmen sich Kartons und Wannen. Besteck und Geschirr stehen auf dem Boden. In Regalen sind Handtücher und Tischdecken bunt gestapelt, ein ganzer Raum ist gefüllt mit Spielsachen. Es herrscht ein geordnetes Chaos, auf das Sabine Köther allerdings recht stolz ist: „Das sind alles Spenden von Bürgern“, sagt die Mitarbeiterin der Caritas. Aus der ganzen Stadt seien Menschen nach Osterfeld gekommen, um gut erhaltenen Hausrat für Flüchtlinge abzugeben.

„Ich bin da“ heißt die erst im April gegründete Flüchtlingsinitiative, die hinter dieser Aktion steckt. Mehr als 80 Ehrenamtliche, Vereine, Gemeinden und Organisationen haben sich unter diesem Tenor zusammengeschlossen. Koordiniert von der Caritas, begleiten und betreuen sie freiwillig und unentgeltlich Menschen, die aus einem der städtischen Flüchtlingsheime in eine private Wohnung umziehen können. Weil oft Hausrat fehlt, haben die Engagierten jüngst ein Depot im früheren Pfarrhaus der Auferstehungsgemeinde eröffnet. Flüchtlingsfamilien erhalten dort von Bürgern gespendete Waren.

Fotos helfen bei der Verständigung

Für die Waren wird bezahlt. An den Türen zu den einzelnen Räumen kleben Preislisten. Topflappen für zehn Cent, Bettzeug für zwei Euro. „Die Flüchtlinge kaufen hier ein. Sie erhalten keine Almosen“, sagt Köther. Zum Verständnis kleben auch Fotos der Waren auf den Preislisten, eine Idee von Ulrike Schultz: „Viele Flüchtlinge sprechen ja kaum Deutsch, geschweige denn, dass sie es lesen können“, sagt die Vorruheständlerin.

Schultz gehört zu dem etwa 20-köpfigen Team, das sich im Hausrat-Depot engagiert. An diesem Tag haben sie und ihre Kolleginnen viel zu tun. Mehrere Familien mit Kindern sind gekommen, ein wildes Sprachgemisch hallt durch die Räume. Der 31-jährige Malak und die 30-jährige Mona stehen geduldig an der Tür. Aus Kairo seien sie gekommen, geflohen vor den Unruhen in Ägypten. Seit einem Jahr und acht Monaten leben sie in Oberhausen. Erst kürzlich seien sie in eine Wohnung eingezogen. „Dafür brauchen wir noch ein paar Dinge. Gardinen haben wir schon gefunden“, sagt Mona. Spielsachen für die Kinder suche sie nun noch.

„Wir freuen uns, dass wir hier einen pragmatischen Ansatz gefunden haben, um schnelle Hilfe zu ermöglichen“, sagt Guido Ernek von der Caritas. Mit dem nun in Betrieb genommenen Hausrat-Depot soll die Arbeit der Initiative aber nicht enden. Im Pfarrhaus soll eine kleine Küche eingerichtet werden. Bei Kaffee und Tee wollen die Engagierten mit den Flüchtlingen ins Gespräch kommen. Offen sein soll dies auch für das städtische Flüchtlingsheim, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite errichtet wird. „Auch dort wollen wir uns engagieren“, sagt Sabine Köther.

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