In Oberhausen-Biefang rollen 2014 die Bagger an

Die Emscher (rechts) wird ab 2014 umfangreich umgebaut.
Die Emscher (rechts) wird ab 2014 umfangreich umgebaut.
Foto: WAZ Fotopool
Es ist eine Baustelle, sagt Planungsdezernentin Sabine Lauxen (Grüne) treffend, die in ihrer Größe mit dem Einkaufszentrum Centro gleichzieht: IIm September 2014 rücken die ersten Bagger im Auftrag der Emschergenossenschaft am Holtener Feld an, um dort einen neuen Abwasserkanal samt Pumpwerk zu buddeln.

Oberhausen.. Es ist eine Baustelle, sagt Planungsdezernentin Sabine Lauxen (Grüne) treffend, die in ihrer Größe mit dem Einkaufszentrum Centro gleichzieht: In knapp einem Jahr, im September 2014, rücken die ersten Bagger im Auftrag der Emschergenossenschaft am Holtener Feld an, um dort einen neuen Abwasserkanal samt Pumpwerk zu buddeln.

Dies ist der letzte Abschnitt eines gewaltigen, 51 Kilometer langen Schmutzwasserkanals, der von Dortmund bis Dinslaken reicht und ab 2017 Abwasser aus der Emscher ableitet. Rund 4,5 Milliarden Euro kostet das Großvorhaben – entstehen wird eines der modernsten Abwassersysteme der Welt.

Zwischen der Königstraße in Biefang und der Bahnstraße in Holten wird als Teil dieses Projekts neben dem Abwasserkanal auch ein 40 Meter tiefes unterirdisches Pumpwerk gebaut. Oberirdisch wird das Holtener Feld zur Aue entwickelt – mit Weideland und Deich zum Spazierengehen.

Baurecht gibt es wohl im August

Vertreter der Emschergenossenschaft stellten das Vorhaben für den etwa 2,5 Kilometer langen Oberhausener Teilabschnitt jüngst im Umweltausschuss der Politik vor. Die Planungen sind noch nicht endgültig: Ein Erörterungstermin findet im Februar statt, mit Baurecht wird im August gerechnet.

Rund 1500 gewaltige Bauelemente von je rund 40 Tonnen Gewicht werden für den geplanten Abwasserkanal nach Holten und Biefang gebracht. Anwohner müssen sich also auf einige Unannehmlichkeiten durch Schwertransporter einrichten. Nicht beeinträchtigt werden sollen sie aber von Transporten, mit denen Bodenaushub weggefahren wird. Bei rund 1,2 Mio Kubikmeter Aushub allein am Holtener Feld rechnet die Emschergenossenschaft mit 170 Lkw-Fahrten am Tag. Diese sollen aber über eine Behelfsbrücke abgewickelt werden. Die Lkw fahren am Gelände des Chemiewerks Oxea vorbei zur Autobahn.

Bis zum geplanten neuen Pumpwerk auf Höhe von Klaphecks Hof befindet sich der Kanal etwa in 40 Meter Tiefe. Ab dem Pumpwerk wird er direkt unter der Geländeoberfläche liegen. Der Abwasserkanal verläuft neben einem geplanten Deich, der wiederum quasi im Dreieck zur jetzigen Emscher angelegt sein wird und das Holtener Feld komplett einschließt.

Innerhalb dieses Dreiecks will die Emschergenossenschaft das Holtener Feld, das bisher landwirtschaftlich genutzt wird, als Aue entwickeln. Bis zu 500 Meter breit soll dieses „Landschaftsbauwerk“ sein. Die Aue wird nur bedingt für Spaziergänger geöffnet werden – in erster Linie soll die Emscher dort mehr Platz bekommen, knapp 15 Hektar bleiben zudem als Weideland erhalten. Auf dem Deich darf man aber laufen.

2017 soll der neue Schmutzwasserkanal in Betrieb genommen werden. das Abwasser bringt er unterirdisch zum Klärwerk Dinslaken. Die Emscher am Holtener Feld soll bis 2020 so umgebaut sein, dass sich dort wieder einige Fischarten ansiedeln können. Allerdings: Der Fluss wird nie so sauber sein, dass man auch in ihm schwimmen kann.

 
 

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