Im Café Cordes in Oberhausen schlürfen Mörder ihren Kaffee

Beim Krimi-Kaffeekränzchen im Cafe Cordes las Kulturdezernent Apostolos Tsalastras.
Beim Krimi-Kaffeekränzchen im Cafe Cordes las Kulturdezernent Apostolos Tsalastras.
Foto: Funke Foto Services
  • Der blutig-rote Inhalt der Torte bestand aus ganz ungefährlichen süßen Himbeeren
  • Es gibt schon viele Angebote in Oberhausen, man muss da nur einfach hingehen
  • Eine Besucherin möchte künftig auch selber vorlesen. Am liebsten in einer Kita

Oberhausen.. Irgendwie ziemlich blutig diese Angelegenheit für einen Mittwochnachmittag. In einem Café wie dem Cordes an der Steinbrinkstraße hätte man das doch eher nicht erwartet. Und schon mal gar nicht, dass Oberhausens Kulturdezernent Apostolos Tsalastras so Tod bringend sein kann. Aber beim Sterkrader Lesesommer ist vieles möglich. Auch ein Krimi-Kaffeekränzchen. Dafür hatte Konditormeisterin Angelika Cordes extra eine Torte mit blutroter Füllung kreiert.

Eine blutige Torte

Zu Torte und Kaffee servierte Tsalastras Krimi-Kurzgeschichten. Für die literarischen Appetithäppchen hatte er sich als Vorleser entschieden, weil ein Krimi von der Spannung lebe. „So ein Buch gibt man nicht gerne aus der Hand, bis man weiß, wer der Mörder ist“, sagte er. Aber in einer Stunde könne man keinen Roman vortragen. Der Kulturdezernent erzählte, selber gerne Krimis zu lesen. Er sei ein Fan von Fred Vargas, einer französischen Autorin.

Zu einer Lesung in einem Café passte der Band „Schwarzer Tod: Köstliche Krimis um heiße Getränke“ von Ralf Kramp als Herausgeber natürlich wie die Faust aufs Auge. Geschichten von so bekannten Autoren wie Jacques Berndorf finden sich in dem Buch. Tsalastras’ Wahl erwies sich als perfekt und sehr kurzweilig.

„Du kommst mir gerade richtig“

Gleich die skurrile erste Geschichte um starken, schwarzen Kaffee, tödliche Tropfen und eine Menge unbeabsichtigter Todesopfer ließ die Zuhörer immer wieder schmunzeln. Das heißt, eigentlich konnte man schon beinahe Zuhörerinnen sagen. Diese Lesesommer-Veranstaltung war weiblich. Und begeistert von Büchern? Besucherin Anette Weiß ist es auf jeden Fall. „Ich möchte künftig auch gerne selber vorlesen“, sagt sie. Eine Kita könnte sie sich als Einsatzort vorstellen. „Ich finde es toll, dass der Kulturdezernent selber liest“, sagt Anette Weiß. „Der ganze Lesesommer ist toll“, resümiert Rosemarie Linden. Es würde schon wirklich viel angeboten in der Stadt. Man müsse nur auch hingehen.

Im Café ging es nach „Schwarzer Tod“ weiter mit Autor Bernd Mannhardts Kurzgeschichte „Du kommst mir gerade richtig“. Nach den eher netten Storys einmal eine richtig böse über das wirklich große Verbrechen. Die Zuhörer waren auch davon angetan.

Aber wie hatte Konditor Hubert Cordes zu Beginn über den Leiter der Stadtbibliothek, Hans-Dietrich Kluge-Jindra, der ebenfalls zu der Lesesommer-Veranstaltung erschienen war, gesagt: „Balou passt auf, dass sein Chef auch richtig liest.“ Hubert Cordes selbst ließ sich dann ein Stück der blutigen Torte schmecken, deren leuchtend rotes Innenleben aus ganz harmlosen, aber sehr leckeren Himbeeren bestand.

 
 

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