Hesseler setzt seit 95 Jahren Stein an Stein

Falk Hesseler und seine Mannen auf der Baustelle An Kahlens Kuhle in Schmachtendorf. Hier wird eine Spielstraße angelegt. Der Auftrag bringt die Firma über den Winter.
Falk Hesseler und seine Mannen auf der Baustelle An Kahlens Kuhle in Schmachtendorf. Hier wird eine Spielstraße angelegt. Der Auftrag bringt die Firma über den Winter.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Vor 95 Jahren wurde das Osterfelder Bauunternehmen gegründet. Es ist auf Tief- und Straßenbau spezialisiert. Allerdings fehlt Städten wie Oberhausen Geld für den Straßenbau. Für Firmenchef Falk Hesseler ist es nicht leicht, genug Arbeit für seine Belegschaft an Land zu ziehen.

Oberhausen.. Die Ungewissheit ist der ständige Begleiter im Berufsleben von Falk Hesseler. Der 53-Jährige ist Straßenbauer-Meister. In dritter Generation führt er das gleichnamige Osterfelder Familienunternehmen. „Wir hangeln uns von Auftrag zu Auftrag“ sagt er. Immerhin ist das in 95 Jahren gutgegangen. Im August 1919 hatte Hesselers Großvater Karl das Unternehmen in Essen gegründet. Zufahrtsstraßen asphaltieren, Wege pflastern, Garagenhöfe anlegen, Terrassen gestalten, Hauseingänge bauen und die jeweilige Entwässerung sicherstellen - auf diesen Feldern ist die Firma zuhause.

Aber es wird immer schwerer, die zehn Mitarbeiter ständig zu beschäftigen. Denn die öffentliche Hand investiert nicht viel in ihre Straßen. „Das Schlimmste sind längere Leerlaufzeiten“, sagt Hesseler, „denn dann ist ja auch der teure Maschinenpark nicht ausgelastet“, die drei Bagger, die vier Radlader und der Kipperzug.

Spielstraße entsteht

Seit Anfang Ok­tober ist Hesseler mit fünf bis sechs Mann in der Straße An Kahlens Kuhle in Schmachtendorf tätig. Sie verwandeln dort die bisherige provisorische Baustraße ins Einfamilienhaus-Neubaugebiet in eine Spielstraße. Der Auftrag bringt die Firma schon mal über den Winter. Mit je zwei Mitarbeitern ist Hesseler zudem auf zwei kleineren Baustellen tätig.

An Kahlens Kuhle muss zunächst die provisorische Asphaltdecke wieder aufgebrochen werden. Die Regenwasserabflüsse werden neu gesetzt. Bevor aber auf 2300 Quadratmetern Pflaster verlegt werden kann, muss die Fläche mit Kantsteinen eingefasst werden. Es wird eine Entwässerungsrinne angelegt. Schotter als Unterbau für das Pflaster muss aufgebracht und verdichtet werden. Dann erst wird gepflastert.

Der Chef kommt täglich zum Bau

Vor Ort liegt die Arbeit in Händen von Vorarbeiter Marc Haloschan. Der Chef schaut zwar täglich vorbei. Sein Job besteht aber darin, neue Aufträge an Land zu ziehen, Ortstermine zu machen, ein Aufmaß zu nehmen, entsprechende Angebote zu schreiben, die anderen Baustellen zu kontrollieren und Rechnungen zu schreiben. Alles andere im Büro erledigt Ehefrau Carola Hesseler.

In Schmachtendorf ist alles im Lot. Falk Hesseler fährt wieder zurück ins Büro. Auf dem Weg dorthin dirigiert er per Freisprechanlage seinen Lkw-Fahrer.

„Der Preiswettbewerb ist scharf geworden“, sagt der Bauunternehmer. Dabei gibt es nur noch vier große Straßenbauer in Oberhausen. Früher waren es viermal so viele. Aber gewisse Qualitätsstandards will er nicht unterschreiten. Und außerhalb Oberhausens zu arbeiten, das verteuere wegen der damit verbundenen Fahrtkosten seine Dienste ja nur, sagt der Unternehmer. Jede Verbesserung der Finanzlage Oberhausens kommt deshalb auch ihm zugute.

 

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