Garde wacht am Haldenkreuzweg

Astrid Knümann
Restaurierungen der Kreuzwegstationen aufgrund von Vandalismus sind dank der „Ehrengarde“ hoffentlich bald Vergangenheit.
Restaurierungen der Kreuzwegstationen aufgrund von Vandalismus sind dank der „Ehrengarde“ hoffentlich bald Vergangenheit.
Foto: WAZ FotoPool
Ehrenamtliche „Yellow Ranger“ wollen Vandalismus an Halde Haniel verhindern. Kreuzweg-Stationen sollen erhalten bleiben. Gelbe Schals zum Gottesdienst.

Oberhausen. An den gelben Schals werden sie erkannt: die ehrenamtlichen Mitglieder der neuen Kreuzweg-Ehrengarde oder „Yellow Ranger“. Sie werden künftig regelmäßig den Kreuzweg auf der Halde Haniel begehen, um eventuelle Verwüstungen möglichst zeitnah zu entdecken und zu melden. Während eines Gottesdienstes am Samstag, 14. September, um 18 Uhr werden den ersten Rangern die Schals überreicht.

Die Kreuzweg-Ehrengarde/Yellow Ranger gehen auf eine Initiative von Hermann-Josef Schepers zurück. Grund waren schwere Verwüstungen, die Unbekannte mehrmals an den Kreuzweg-Stationen auf der Halde angerichtet hatten.

"Es geht darum zu helfen"

„So konnte das nicht weitergehen“, dachte sich Schepers und suchte bei der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und in den Gemeinden Mitstreiter, die bereit waren, den Kreuzweg durch Kontrollgänge besser zu schützen: „Zehn habe ich schon“, sagt Schepers und er hofft, dass sich noch weitere Aktive melden: „Es geht darum zu helfen, die Kreuzweg-Stationen als Kulturgut für das Ruhrgebiet vor Zerstörung zu schützen.“

Unterstützung fand er auch bei der katholischen Jugendeinrichtung „Kurbel“, deren Teilnehmer aus gelbem Leinenstoff die Schals nähten. Schepers: „Auf der einen Seite steht ,Kreuzweg-Ehrengarde’, auf der anderen ,Yellow Ranger’ und da ist noch ein Doppelstock-Symbol drauf.“

Mindestens einmal pro Woche werden die Ranger auf dem Kreuzweg unterwegs sein. Wenn sie Schäden entdecken, melden sie diese umgehend dem Bergbau. Noch bis 2016 ist der für die Halde verantwortlich.

Kreuzweg soll erhalten bleiben

Doch auch danach soll der Kreuzweg erhalten bleiben. Schepers: „Wir haben uns damals entschlossen, auf dem Berg das christliche Symbol zu errichten, und so soll es auch bleiben.“ Schon jetzt hat er ortsansässige Firmen gefunden, die bereit sind, beim Erhalt der Kreuzweg-Stationen zu helfen: „Vom Schlosser über den Metallbauer bis zum Straßenbauer sind alle Gewerke dazu bereit“, freut er sich über die Unterstützung. Die bekommt er auch von Bischof Franz Grave, der am Samstag den Gottesdienst mitfeiern wird.

Die Schäden, die Unbekannte an den 15 Stationen des 1995 eröffneten Kreuzweges – geschaffen von Tisa von der Schulenburg und Adolf Radecki – anrichteten, hatten Anfang des Jahres aufwändige Sanierungen notwendig gemacht (wir berichteten mehrfach). Hermann-Josef Schepers macht deutlich: „Wir werden nicht tatenlos zuschauen, dass der Kreuzweg zerstört wird.“