Alle vier Minuten rollt bald ein Zug

Anwohner wollen’s wissen: Wie viele Züge verkehren derzeit auf der Betuwe-Strecke. DB muss Auskunft geben
Anwohner wollen’s wissen: Wie viele Züge verkehren derzeit auf der Betuwe-Strecke. DB muss Auskunft geben
Foto: WAZ FotoPool
Etwa alle drei bis vier Minuten ein Zug – darauf müssen sich Anwohner der Betuwe-Güterbahnstrecke laut einer Prognose des Eisenbahn-Bundesamts künftig einstellen. Die Deutsche Bahn wird die 73 Kilometer lange Betuwe-Strecke für 1,5 Milliarden Euro ausbauen.

Oberhausen.. Etwa alle drei bis vier Minuten ein Zug – darauf müssen sich Anwohner der Betuwe-Güterbahnstrecke laut einer Prognose des Eisenbahn-Bundesamts künftig einstellen.

Die Deutsche Bahn wird die 73 Kilometer lange Betuwe-Strecke für 1,5 Milliarden Euro ausbauen. Dazu gehört insbesondere ein drittes Gleis, das von Oberhausen Hauptbahnhof über Emmerich bis zur Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden führt. In der Folge ist ab dem Jahr 2025 tagsüber mit 259 Zügen auf dem Streckenabschnitt von Oberhausen bis nach Wesel zu rechnen - inklusive Personenverkehr. Nachts, zwischen 22 und 6 Uhr, werden es laut Bundesamt rund 87 Züge sein.

Initiativen fordern Klarheit

Schon jetzt, so klagen Anrainer, haben Zugverkehr und die damit einhergehende Lärmbelästigung an den Gleisen massiv zugenommen. Vertreter der Bürgerinitiativen (BI) entlang der Betuwe-Strecke, darunter auch die Oberhausener BI „Betuwe - so nicht!“, fordern deshalb von der Deutschen Bahn Netz AG aktuelle Zahlen zu den Güterzügen sowie Angaben zu transportierten Gefahrengütern.

„Wir glauben, dass die Zugzahlen bereits ständig steigen“, sagt Manfred Flore, der als Sprecher der Oberhausener BI ein Schreiben an die DB mit unterzeichnet hat. „Zugzählungen in anderen Städten zeigen das. Wir benötigen aber konkretere Daten.“ Diese, so hoffen die Anwohner auch in Sterkrade, helfen bei der Forderung nach besserem Lärmschutz.

Nach dem Umwelt-Informationsgesetz ist die Bahn verpflichtet, den Anwohnern Auskunft über die Zahl der Güterzüge zu geben. Die Betuwe-Bürgerinitiativen pochen zudem darauf, dass die Bahn diese Angaben noch während der derzeitigen Planungen für den Streckenausbau veröffentlicht.

Erklärung zu Sicherheitsstandards gefordert

Sie hoffen auch auf umfangreiche Angaben zu den Erschütterungen, die die Güterzüge verursachen. Und: Die Betroffenen fordern eine Erklärung, wie es konkret um von der Bahn zugesicherte Sicherheitsstandards bestellt ist.

Unterdessen teilte das Eisenbahn-Bundesamt mit, dass an den Betuwe-Gleisen bislang keine Änderungen an der Elektrotechnik vorgenommen wurden, die eine Steigerung der Kapazität auf der Strecke zwischen Emmerich und Oberhausen hätten bewirken können. Flore weist hingegen auf Arbeiten hin, die an der Elektronik vorgenommen worden seien.

Der Ausbau der 73 Kilometer langen Betuwe-Strecke gilt als eines der derzeit größten Infrastrukturprojekte. Das Land Nordrhein-Westfalen trägt rund 450 Millionen Euro, der Bund schultert den Anteil von rund 746 Millionen Euro.

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