Nora Tschirner fühlt sich in Oberhausen wie bei einer Klassenfahrt

Schauspielerin Nora Tschirner stellte im Centro ihren neuen Film „Offroad“ vor.
Schauspielerin Nora Tschirner stellte im Centro ihren neuen Film „Offroad“ vor.
Foto: Ulla Emig WAZFOTOPOOL

Oberhausen. Was macht man an einem Freitagabend so: Steile Party? Ruhiges Sofasäuseln? Für Schauspielerin Nora Tschirner („Keinohrhasen“) ist die Wochenendplanung klar vorbestimmt. Die 30-Jährige betritt das Lichtspielhaus an der Neuen Mitte dick verpackt in Kapuze und Schal. Mit ihren grünen Augen blinzelt sie versteckt durch ihre dunklen Haarspitzen fragend ins Foyer, vorbei an Leuten, die mit Popcorn-Bechern und Schlabber-Cola noch schnell in die Vorstellung hechten.

Was geht ab? Erst in den Saal oder erst zum Interview? Möglicherweise wirkt der stürmische Wind vor der Tür des Cinestar-Kinos ansteckend. Keine Sekunde wird verschwendet. Tschirner ist gekommen, um mit den Kollegen Elyas M´Barek, Max von Pufendorf und Regisseur Elmar Fischer den Film „Offroad“ vorzustellen. Oberhausen wird nicht die letzte Station der Kinotour bleiben. Danach geht es nach Duisburg. Düsseldorf steht auch noch an.

Nora Tschirners Blicke wandern durch den Raum

Während im Kinosaal die ersten Besucher den Streifen bei der Vorpremiere zu Gesicht bekommen, geht es für die Darstellerriege durch verwinkelte Gänge in einen Hinterraum des Lichtspielhauses. „Der Pappaufsteller von Keinohrhasen steht sonst bestimmt auch hier, oder?“, sagt Tschirner. Ihre Blicke wandern hastig durch den Raum, enden letztlich bei einer vom Filmtheater aufgestellten Gemüseplatte. Was ist eigentlich anstrengender, einen Film drehen oder hinterher dafür Reklame zu machen? „Die Promotion ist anstrengender“, sagt die Berlinerin. „Weil man sich auf viele unterschiedliche Menschen einstellen muss.“ Kinotouren klammert sie bewusst aus. „Das ist schon wieder ein bisschen wie bei einer Klassenfahrt.“

Unterschiedliche Herausforderungen für die Schaupieler

Der Kontakt zum Publikum gefällt der Viererriege gleichermaßen. Später werden sie im Kino durch die Sitzreihen gehen. Erklären. Lachen. Autogramme schreiben. Doch vorher gibt’s eben Journalistenfragen. Und Gurkenhäppchen.

„Wie das Publikum hinterher auf eine Szene reagiert, merkst du erst, wenn der Film anläuft“, sagt Nora Tschirner. „Offroad“ bedeutete für die Schauspieler ganz unterschiedliche Herausforderungen. Während Max von Pufendorf, der bereits am deutschen Theater in Berlin spielte, sich mit großer Freude ans gemeinsame Tandemfahren mit Kollegin Tschirner erinnert, ist diese noch selbst von den wilden Auto-Szenen beeindruckt, die wiederum Regisseur Elmar Fischer das Haupthaar zu Berge stehen lassen. Er verrät mit einem Augenzwinkern: „Dabei hätte ich beinahe meine Hauptdarsteller verloren.“ Elyas M´Barek denkt mit Freuden an eigene Gesangseinlagen zurück. Wird es sie jetzt regelmäßig geben? „Definitiv: Nein!“ Die Riege befindet sich in Plauderlaune.

Schnell noch ein Foto mit Nora!

Die wird nur von einer Stimme aus dem Hintergrund unterbrochen. „Der Abspann läuft.“ Eilig zucken die Mimen zusammen. Schnell noch ein Foto. Nora Tschirner blickt aus dem Fenster: In der Ferne hat der Gasometer soeben seine bläuliche Beleuchtung eingeschaltet. „Das ist eine wirklich tolle Aussicht.“ Kennt die Riege sonst noch was aus Oberhausen? Elyas M´Barek denkt sofort an die Musikshow „The Dome“ in der Arena. Max von Pufendorf muss bedauernd verneinen.

Von Nora Tschirner kommt im Vorbeigehen nur ein kess-knappes „Klar!“ Der Zeitplan gibt den Takt vor. Nora rennt.

 
 

EURE FAVORITEN