Noch keine neue Sparrunde im Kirchenkreis

Martina Nattermann
Die evangelische Kirche im Rheinland hat auf ihrer jüngsten Synode die nächste Sparrunde eingeläutet.
Die evangelische Kirche im Rheinland hat auf ihrer jüngsten Synode die nächste Sparrunde eingeläutet.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Die von der Landessynode beschlossenen Kürzungen betreffen Oberhausener Gemeinden nicht direkt. Superintendent Deterding spricht sich zudem gegen Sparbeschlüsse aus, die Müttergenesungseinrichtungen sowie Fonds für Projekte zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit betreffen.

Oberhausen. Es war ein strammes Programm, das sich die Abgeordneten der Landessynode, des obersten Leitungsorgans der evangelischen Kirche im Rheinland, für ihre jährliche Tagung vorgenommen hatten. In Bad Neuenahr leiteten die 214 Kirchenparlamentarier einen noch härteren Sparkurs ein. Auch der Oberhausener Superintendent Joachim Deterding nahm an der einwöchigen Tagung in Bad Neuenahr teil, bei der rund 150 Sparvorschläge mit einem Gesamtvolumen von rund acht Millionen Euro diskutiert und beschlossen wurden. Nach seiner Rückkehr äußerte er sich zu den Ergebnissen.

Im Wesentlichen sei es bei der Synode um Entscheidungen gegangen, die erstmal die Organisationsstruktur der landeskirchlichen Ebene betreffen – und darum, den eingeschlagenen strikten Sparkurs fortzuschreiben: Bis 2018 sollen und müssen insgesamt 20 Millionen im Haushalt der Landeskirche eingespart werden.

Synodale werden in Haushaltsrecht geschult

Direkte Auswirkungen auf die acht Oberhausener Gemeinden habe das erstmal nicht, erklärt Deterding. Aber natürlich habe man in Oberhausen im Grundsatz mit den gleichen Problemen zu kämpfen – schrumpfende Gemeinden, geringere Kirchensteuermittel. „Momentan müssen wir hier zwar nicht über weitere Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung sprechen, aber in einigen Jahren wird das sicher wieder auf der Tagesordnung stehen“, so Deterding.

Vor Ort sei man derzeit noch mit der vollständigen Umsetzung der 2007 getroffenen Sparbeschlüsse befasst. Darüber hinaus beschäftigte den Kirchenkreis Oberhausen derzeit die Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements, das bis zum Jahreswechsel umgesetzt sein müsse. Dazu müssen nicht nur die hauptamtlichen Mitarbeiter, sondern auch die Synodalen geschult werden, weil sie über den Haushalt des Kirchenkreises beschließen müssen – dann nach einem komplett neuen System.

Zustimmung zu Einzelmaßnahmen verweigert

Bei der Synode in Bad Neuenahr haben die Landeskirchenparlamentarier mit großer Mehrheit den bereits im Vorfeld in Arbeitsgruppen ausgearbeiteten Sparbeschlüssen zugestimmt: Zweimal haben die Oberhausener ihre Zustimmung zu Einzelmaßnahmen verweigert: 15-prozentige Einsparungen bei Müttergenesungseinrichtungen sowie beim Fonds für Projekte zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wollten sie nicht mittragen: „Als Superintendent eines Kirchenkreises im Ruhrgebiet, wo die Arbeitslosigkeit groß ist, kann ich dem einfach nicht zustimmen. Einsparungen hier treffen die Menschen besonders hart“, weiß Deterding.