Nichtraucher-Schutz ist Gängelei

Als Bürger fühlen sie sich mehrheitlich von der Landesregierung beim Nichtraucherschutz bevormundet: der Leserbeirat beim Treffen in der Redaktion.
Als Bürger fühlen sie sich mehrheitlich von der Landesregierung beim Nichtraucherschutz bevormundet: der Leserbeirat beim Treffen in der Redaktion.
Foto: WAZ FotoPool
Kein Qualmen mehr in der Eckkneipe: Leser fühlen sich bevormundet. Beim Treffen des WAZ-Beirates entzündet sich Debatte um neues NRW-Gesetz.

Oberhausen. „In Nordrhein-Westfalen gilt ab Mai 2013 ein umfassendes Rauchverbot in der Gastronomie. Der Düsseldorfer Landtag verabschiedete ein neues Nichtraucherschutzgesetz, das bislang geltende Schlupflöcher stopft und Ausnahmen für Eckkneipen oder Raucherclubs beendet.“ So lautete die Meldung am 30. November im Politik-Teil der WAZ. Ein Thema, dass noch Tage später beim Treffen des Leserbeirates der WAZ-Lokalredaktion für Diskussionen sorgt.

Wirt soll selbst entscheiden

„Beim Nichtraucherschutz wird der Bürger von der Regierung in Düsseldorf entmündigt“, sagt Norbert Dengel. „Das ist eine viel zu große Gängelung von der Politik“, pflichtet ihm auch Herbert Konrads bei. Wenn die Bayern ihr striktes Nichtraucherschutz-Gesetz so lobten nach dem Motto „Seht her, es geht doch“, dann sei das auch Schmu, meint Konrads: „Beim Oktoberfest halten die Leute ihre Zigarette unter den Tisch und es qualmt rechts und links hoch“, so seine Erfahrung. Und die Ordnungskräfte würden wegschauen.

„Ich bin Nichtraucher“, sagt Rolf Miltz, „aber ich kann nicht verstehen, dass ein Wirt nicht die Freiheit haben soll zu entscheiden, ob in seiner Kneipe geraucht wird oder nicht.“ Man könne es doch außen mit einem Schild kenntlich machen, ob es sich um eine Raucher-Gaststätte handele, „dann kann jeder Gast frei entscheiden“, findet Miltz. Leserbeirat Johannes Sowinski hält allerdings dagegen, dass ein Gesetz zum Schutz von Nichtrauchern auch kontrollierbar sein müsse, „aber mit den bisher existierenden Ausnahmen ist das schwierig“.

Nur in Restaurants soll die Kippe ausbleiben

Trotzdem fällt das Votum in der zehnköpfigen Leserbeirats-Runde eindeutig aus: Acht sind dafür, dass das Rauchen in Einraumkneipen weiterhin erlaubt sein soll, zwei sind dagegen. Beim Rauchen in Festzelten sieht das Bild dagegen schon uneinheitlicher aus: Fünf sind dafür, dass Schützen- und andere Brauchtumsvereine bei ihren Feiern im Zelt qualmen dürfen, vier sind dagegen, eine enthält sich. Bei Veranstaltungshallen entscheidet sich der mehrheitliche Teil (acht) des Gremiums aber wieder für ein Rauchverbot. „Das Verbot in der Luise-Albertz-Halle finde ich okay“, sagt Helge Ziems, „letztens war ich in der Arena, da wurde geraucht und das stört doch sehr.“

Einig sind sich alle aber in der Frage, ob in Restaurants geraucht werden sollte: „Auf gar keinen Fall, das ist wirklich sehr unangenehm“, sagt Anette Friedhoff. „Da, wo gegessen wird, müssen Zigaretten tabu sein, aber in Kneipen soll es jeder halten wie er möchte.“

 
 

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