Nicht reden, sondern machen

Bettvorleger. Als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet; dies mag dem Betrachter der Querelen im „Bündnis Oberhausener Bürger“ (BOB) spontan in den Sinn kommen. Häme ist jedoch nicht angezeigt, ist doch die Entwicklung beim BOB so ungewöhnlich nicht. Es ist halt eine Sache, nur über etwas zu reden und aufzuzeigen, was alles besser zu sein hat. Eine völlig andere Sache ist es, wenn den Worten auch Taten folgen sollen: Nicht reden, sondern machen. Dann stellt sich heraus, dass weit mehr Befindlichkeiten zu berücksichtigen sind als nur die eigenen. Um den Erwartungshaltungen auch nur ansatzweise gerecht zu werden, bedarf es nun eines essenziellen Elementes der Politik: Kompromissfähigkeit. Zu der der Vater des Wirtschaftswunders, Ludwig Erhard, sagte: „Ein Kompromiss ist die Kunst, einen Kuchen so zu verteilen, dass jeder meint, er habe das größte Stück bekommen.“ Diese Kunst muss sich BOB noch zu eigen machen. Harald Bletgen

Hochmut kommt vor den Fall. Ich habe fast Mitleid mit Herrn Mellis, wenn ich nun lese, wie schlecht es in seiner Fraktion läuft und wie schwierig es für ihn in der Kommunalpolitik ist. Aber als früheres Mitglied der Bezirksvertretung Osterfeld erinnere ich mich auch daran, wie abfällig und respektlos er Osterfelder Kommunalpolitiker behandelt hat. Keine Ahnung hätten wir, nicht genug tun würden wir und er könne alles besser machen, ließ er Ehrenamtliche aller Fraktionen wissen. Und dies ohne sich je ehrenamtlich für den Stadtteil engagiert zu haben. Dass Herr Mellis sich nun über seine Mitstreiter beschwert, ist interessant. Schließlich hatte er sie sich ja selbst ausgesucht. Herr Karschti als Wanderer zwischen den Parteien war ja kein Unbekannter und hat schon in anderen Parteien Streit gehabt. Ich hoffe, Herr Mellis sieht jetzt ein, dass Engagement in der Kommunalpolitik zeitaufwendig ist, gelernt werden muss und Respekt verdient. Max Hahn

In den letzten Tagen häufen sich die Meldungen über Streitigkeiten innerhalb des Bürgerbündnisses – sie werden zu einem Menetekel aufgebauscht. Wo unterschiedliche Menschen und Meinungen zusammenkommen, wird auch gestritten, das ist doch natürlich. Mir ist ein lebendiges, streitbares und sich streitendes BOB lieber als eine in sich abgestorbene, verbrauchte und verfilzte SPD. Thomas Broghammer

Vor einer Woche ließ sich BOB noch als drittstärkste Kraft im Rat feiern und sahen sich in ihrem Politikstil bestätigt. Nun der große Knall innerhalb der BOB-Fraktion. In der „Oberhausener Erklärung“ von BOB heißt es, dass sie eine Stadtpolitik zugunsten egoistischer Einzel- oder Klientelinteressen ablehnen. Es sind wohl alles nur Lippenbekenntnisse und hohle Phrasen. Durch diese Querelen hat BOB die Politikverdrossenheit wieder ein Stück mehr gefördert. Guntram Großenbrink

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