Neuer Träger will Vielfalt vermitteln

Draußen wird noch gebaut, in der Kindertagesstätte der neuapostolischen Kirche in Sterkrade spielen die Kinder bereits mit Leiterin Simone Vollmer und Berufspraktikant Dennis Spliedt. Foto Ulla Emig
Draußen wird noch gebaut, in der Kindertagesstätte der neuapostolischen Kirche in Sterkrade spielen die Kinder bereits mit Leiterin Simone Vollmer und Berufspraktikant Dennis Spliedt. Foto Ulla Emig
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Ein Besuch in der deutschlandweit ersten Kindertageseinrichtung der Neuapostolischen Kirche in Oberhausen-Sterkrade. „Konfession spielt keine Rolle“

Oberhausen. Einige Kinder sitzen auf dem Boden und spielen, andere beobachten durch die großen Fenster das Geschehen draußen. Wo demnächst Spielgeräte stehen werden, sind momentan Bagger und Bauarbeiter die Hauptattraktion. Noch ist der Außenbereich der Neuapostolischen Kindertageseinrichtung in Sterkrade nicht vollständig hergerichtet, aber schon bald sollen die Mädchen und Jungen auch dort toben können.

Anfang Juli hat die Kindertageseinrichtung der Neuapostolischen Kirche ihren Betrieb aufgenommen – es ist die erste in Deutschland. 55 Kinder werden in unmittelbarer Nähe des Technischen Rathauses in Sterkrade betreut. „Die Konfession spielt für die Aufnahme keine besondere Rolle“, sagt Leiterin Simone Vollmer. Nur fünf Kinder kämen aus neuapostolischen Familien. Die anderen Mädchen und Jungen seien evangelisch, katholisch oder stammten aus muslimischen Familien. Auch Kinder ohne Konfession würden in der Einrichtung betreut. „Unsere Kita steht allen Interessierten offen.“ Bei der täglichen Arbeit mit den Kindern spiele Religionspädagogik zwar durchaus eine Rolle, es gehe dabei aber allgemein um christliche Thematiken und religiöse Verschiedenheit.

Generationenübergreifende Angebote geplant

Den Kindern gefällt die Einrichtung offenbar: „Die Turnhalle ist ganz toll“, sagt die fünfjährige Blessing. „Da kann man springen und klettern und hüpfen.“ Eben all das, was ihr und den anderen Kindern besonders viel Spaß mache. Gemeinsam mit ihren Erziehern spielen die Kinder in den Gruppenräumen, toben sich in der Turnhalle aus oder erholen sich im Ruheraum. Kleine Zwischenmahlzeiten können Kinder und Erzieher gemeinsam in der gruppeneigenen Küche vorbereiten. „Das Mittagessen wird in Zukunft aus dem benachbarten Restaurant geliefert“, sagt Vollmer.

Noch sind die Kinder hier unter sich. „Später, wenn die Senioreneinrichtung fertiggestellt ist, soll es generationenübergreifende Angebote geben“, erklärt Vollmer. So könne sie sich vorstellen, dass Kinder und Senioren sich gegenseitig besuchen, gemeinsam spielen, singen oder backen. „Ich denke, dass das für die Senioren eine Bereicherung sein könnte und auch unsere Kinder davon profitieren werden.“

Bauprojekt „Gute Hoffnung“

Träger der Einrichtung ist die „Neuapostolische Kindertagesstätten gemeinnützige GmbH“ in Dortmund. In der Kita werden in zwei Gruppen jeweils 15 Kinder im Alter von vier Monaten bis zum vierten Lebensjahr betreut. Die dritte Gruppe nimmt 25 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt auf.

Die Kindertageseinrichtung ist Teil des rund 20 Millionen Euro teuren Bauprojektes „Gute Hoffnung“. Dazu zählen auch ein Wohn- und Pflegezentrum, ein Wohnpark mit vier Mehrfamilienhäusern und ein Veranstaltungszentrum mit Restaurant. Die Eröffnung wird am 8. Oktober von 11 bis 16 Uhr gefeiert.

 
 

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