Neue Ratsgruppe in Oberhausen gegründet

Bei der konstituierenden Sitzung des Rates der Stadt stimmten Karschti, Mellis und Walther noch gemeinsam ab.
Bei der konstituierenden Sitzung des Rates der Stadt stimmten Karschti, Mellis und Walther noch gemeinsam ab.
Foto: WAZ FotoPool
Albert Karschti und Andrea-Cora Walther wurden vom Bündnis Oberhausener Bürger ausgeschlossen und wollen als „Bürgerliste Oberhausen“ Politik machen.

Oberhausen.. Die beiden Ratspolitiker und Mitglieder des Bündnisses Oberhausener Bürger (BOB), Albert Karschti und Andrea-Cora Walther, wurden am Samstag aus ihrer Fraktion ausgeschlossen. Auf einer außerordentlichen Fraktionssitzung votierten die übrigen Mitglieder von BOB per Mehrheitsbeschluss für den Ausschluss. Vorausgegangen waren in den vergangenen Wochen gegenseitige Beschuldigungen über Amts- und Vertrauensmissbrauch, die teilweise auch über die Medien ausgetauscht wurden. Karschti und Walther wollen ihre Mandate im Rat der Stadt behalten. Bereits am gestrigen Sonntag gründeten sie eine neue Gruppe, genannt „Bürgerliste Oberhausen“, mit der sie weiterhin Politik machen wollen.

Zu wenige Gemeinsamkeiten

Einig seien sich die Mitglieder von BOB nur darin gewesen, dass sie die bestehende politische Kultur in Oberhausen ändern wollten, so Karschti. „Sehr viel mehr Gemeinsamkeiten gab es nicht, wir konnten in den vergangenen Monaten keine gemeinsamen Grundlagen aufbauen“, erklärte der ehemalige Grünen- und Piratenpolitiker im Gespräch mit der NRZ. Grüppchenbildung, Alleingänge und auch in politischen Themen unterschiedliche Ansichten hätten zu diesen Entwicklungen geführt. „Es tut mir für die Oberhausener Bürger leid, die BOB gewählt haben, dass in den vergangenen fünf, sechs Monaten Stillstand vorherrschte.“

Karschti will nun mit einer neuen Gruppe Politik machen – Andrea-Cora Walther und ein weiteres BOB-Mitglied, das in einer der Bezirksvertretungen sitzt, seien weitere Gründungsmitglieder. „Ich gehe davon aus, dass weitere Mitglieder und Sympathisanten von BOB folgen werden“, glaubt Karschti. Für den heutigen Montag hat er Gespräche mit der Stadtverwaltung angekündigt. „Wir wollen so schnell wie möglich mit der neuen Gruppe die Arbeit aufnehmen. Schon bald werden wir auch über eigene Räumlichkeiten verfügen“. so Karschti.

Prüfung durch den Anwalt geplant

Gegen den, aus seiner Sicht unrechtmäßigen, Ausschluss aus der BOB-Fraktion will er nicht vorgehen. „Ich werde aber durch einen Anwalt prüfen lassen, ob man die persönlichen Angriffe und Diffamierungen vor Gericht bringen kann“, behält sich Karschti Optionen offen.

„Frau Walther und Herr Karschti sind nie darauf eingegangen, als es um Änderungen in der Struktur der Fraktion ging“, wirft den beiden nun Ex-Bündnismitgliedern dagegen BOB-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Mellis vor. „Sie haben uns keine Zeit gelassen, damit die Veränderungen spürbar werden.“ Zudem hätten sich die beiden Stadtverordneten zahlreicher Verfehlungen schuldig gemacht. Auf acht Seiten listeten Mellis und die verbliebenen BOB-Stadtverordneten Werner Nowak und Peter Bruckhoff ihre Vorwürfe gegen Karschti auf – sechs Seiten umfasste die Liste mit angeblichen Verfehlungen von Walther.

Mellis, der von einem „reinigenden Gewitter“ spricht, will nun nach vorne schauen. „Wir wollen Politik machen, die sich an Sachthemen orientiert. Ideologie muss außen vor bleiben.“

 
 

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