Nach KZ-Spruch – Oberhausener erhält Zuschlag für Rittergut

Das Rittergut im sächsischen Kohren-Sahlis wurde jetzt von einem Oberhausener ersteigert.
Das Rittergut im sächsischen Kohren-Sahlis wurde jetzt von einem Oberhausener ersteigert.
Foto: picture alliance / dpa dpa
Oberhausener hat in Sachsen das Rittergut eines Neonazis ersteigert und mit einem KZ-Spruch für Wirbel gesorgt. Nun ist der Zuschlag rechtskräftig.

Oberhausen. Der Oberhausener, der in Sachsen ein altes Rittergut mit Neonazi-Vergangenheit ersteigerte, hat nun endgültig den Zuschlag erhalten. Das bestätigt ein Sprecher des zuständigen Landgerichts Leipzig auf Nachfrage. Nach der Versteigerung hatten sowohl der Vorbesitzer der Immobilie als auch dessen Gläubiger Beschwerde gegen den Zuschlag eingelegt, die das Landgericht nun aber zurückgewiesen hat.

Wie berichtet hatte der Oberhausener, ein 21 Jahre junger Mann, das Rittergut Sahlis für 160.000 Euro ersteigert. Im Anschluss sorgte er deutschlandweit für großes Aufsehen, weil er durch eine Sprecherin verlauten ließ, aus der Immobilie ein „Konzentrationslager“ machen zu wollen. Persönlich in Erscheinung getreten ist der Oberhausener bislang offenbar nicht.

Unternehmen im Gründungsjahr aufgelöst

Die Sache wird umso ominöser, wirft man einen Blick auf die Vorgeschichte des Rittergutes Sahlis: Über lange Jahre war es in Besitz des bekannten Neonazis Karl-Heinz Hoffmann, Gründer der gleichnamigen und verbotenen Wehrsportgruppe. Doch Hoffmann ist wohl irgendwann das Geld ausgegangen. Er hat seine Rechnungen beim dortigen Abwasser-Verband nicht mehr bezahlt. Der leitete daraufhin die Zwangsversteigerung ein.

Den Zuschlag erhielt besagter Oberhausener, von dem bekannt ist, dass er 2014 ein Unternehmen für die Vermittlung von Handwerksaufträgen gegründet hat. Im gleichen Jahr wurde dieses Unternehmen allerdings auch wieder aufgelöst.

Der Zuschlag für das Rittergut ist nun rechtskräftig. Bis zum sogenannten Verteilungstermin (den hat das Amtsgericht bislang noch nicht anberaumt) muss der 21-Jährige den Betrag von 160 . 000 Euro überwiesen haben.

 
 

EURE FAVORITEN