Oberhausen

Nach Chemieunfall in Oberhausen: Feuerwehr kämpfte bis Freitagmorgen mit der giftigen Säure

Die Feuerwehr deckte den Tank mit einer Plane ab, damit kein Regenwasser eindringen kann.
Die Feuerwehr deckte den Tank mit einer Plane ab, damit kein Regenwasser eindringen kann.
Foto: ANC-NEWS
  • Giftwolke zog am Donnerstag über Oberhausen
  • Die Ursache: Salzsäure gelangte fälschlicherweise in Schwefelsäure-Tank
  • Stoffe reagierten heftig, Behälter barst
  • Wolke ist niedergeschlagen
  • Abpump-Arbeiten ziehen sich bis Freitagmorgen

Oberhausen. Auch am Freitagmorgen hielt der Chemieunfall im Hamm-Chemiewerk an der Buschhausener Straße die Feuerwehr noch in Atem:

„Wir haben die ganze Nacht die Säure aus dem betroffenen Tank in Tankwagen gepumpt. Aktuell sind wir mit den insgesamt 500 Tonnen, die im Tank waren, immer noch nicht fertig“, sagt ein Sprecher der Feuerwehr gegen 6.15 Uhr gegenüber DER WESTEN.

Noch stundenlang im Einsatz

Bis dahin waren 16 Tankwagen - bereitgestellt von Hamm-Chemie selbst - mit dem gefährlichen Schwefel-/Salzsäuregemsich befüllt. Ein Tankwagen fasst 25 Tonnen Flüssigkeit - macht 400 Tonnen. Fehlten noch 100 Tonnen der Unglückssäure, die abgepumpt werden mussten.

Ein Wagen ist in etwa 45-50 Minuten befüllt.

Erst gegen 10.45 Uhr waren die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen.

Ab 16 Uhr am Donnerstag pumpten die Feuerwehrleute die Säure um

Die Feuerwehrleute waren seit etwa 16 Uhr am Donnerstag im Abpump-Einsatz. Zu der Zeit war die Giftwolke, die aus dem Tank entwich und für viel Aufregung in Oberhausen gesorgt hatte, gerade mit Wasser niedergeschlagen.

„Über die Nacht waren insgesamt 60 Leute im Einsatz“, so der Feuerwehrsprecher. Neben der Feuerwehr Oberhausen waren auch Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren und des THW sowie Chemieexperten des Landesamts für Umwelt- und Verkehr auf dem Gelände des Chemiewerks beschäftigt.

Das ist am Donnerstag passiert:

Die Ursache des Chemieunfalls am Donnerstag war menschliches Versagen: Bei einer Schiffsverladung war Salzsäure fälschlicherweise in einen Schwefelsäure-Tank des Hamm-Chemie-Werks an der Buschhausener Straße gefüllt worden.

Die beiden Stoffe reagierten chemisch. Die Folge: Der Tank war gegen 6.43 Uhr am Donnerstagmorgen geborsten, die Säure konnte so aus dem Tank auslaufen.

Die Wolke zog Richtung Nordosten, benachbarte Städte waren nicht betroffen.

(lin)

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