Mützen und Schals fürs Frauenhaus in Oberhausen

Die Kursteilnehmerinnen mit Jacqueline Oum vom Jugendamt (4.v.re.) bei der Übergabe der Spenden an die Vertreterinnen des Frauenhauses.
Die Kursteilnehmerinnen mit Jacqueline Oum vom Jugendamt (4.v.re.) bei der Übergabe der Spenden an die Vertreterinnen des Frauenhauses.
Foto: FUNKE Foto Services
Teilnehmerinnen eines Kurses für Migrantinnen spenden Handarbeiten. Neben dem Stricken und Häkeln geht es auch ums Miteinander.

Oberhausen.. Gut vier Dutzend Mützen und Schals in allen möglichen Farben und Größen liegen ausgebreitet auf einem Tisch. Sie sind so bunt gemischt wie die Gruppe, die sie gestrickt hat. Migrantinnen aus acht afrikanischen Ländern haben im vergangenen Jahr in den Räumen von Terre des hommes im Zentrum Altenberg daran gearbeitet – in einem Kurs für Frauen mit Migrationshintergrund, den die Ruhrwerkstatt finanziert.

Sarah Reichenberg und Kerstin Idelmann vom Frauen- und Flüchtlingshaus Oberhausen freuen sich jetzt über die großzügige Spende. Und sie hoffen, dass ihre Einrichtung und die dort lebenden Mütter und Kinder wieder von der Arbeit der Migrantinnen profitieren. Soeben hat nämlich der zweite Kurs begonnen.

„In diesem Jahr werden wir Pullis, Socken, Jacken, Handytaschen stricken“, erklärt Kursleiterin Anke Ohlendorf von der Ruhrwerkstatt. „Und bitte auch Babykleidung“, wirft Idelmann ein. Das Engagement der Afrikanerinnen sei nicht hoch genug einzuschätzen. „Die Frauen und ihre Kinder kommen oft nur mit dem zu uns, was sie am Leib tragen. Kindersocken etwa sind der Hit.“ Ohlendorf und ihre Kursteilnehmerinnen werden sich bemühen, die Wünsche zu erfüllen. Die Wolle stammt aus Spenden Oberhausener Unternehmen.

„Was wir jetzt stricken ist schwieriger als die Mützen oder Schals im vergangenen Jahr“, erklärt die Kursleiterin. Waren es damals einfache Maschen, so sind es jetzt schwierigere Techniken, die sie den Teilnehmerinnen beibringt. Strümpfe beispielsweise werden mit fünf Nadeln gestrickt. Pullis und Jacken haben verschiedene Muster und Farben. Ein Anfänger blickt da kaum noch durch.

Es wird Deutsch gesprochen

In der Regel ist es ein gutes Dutzend Frauen, die sich jeden Donnerstagmittag für zwei Stunden bei Terre des hommes trifft. Sie stammen aus Ghana, Sierra Leone, Kamerun, Togo, Benin, Guinea, Kongo und Senegal. Gerne können aber auch noch mehr Migrantinnen – und natürlich auch Migranten – mitmachen. „Wir würden uns über weitere Teilnehmerinnen sehr freuen. Das wäre wirklich schön“, sagt Jacqueline Oum, Interkulturelle Beraterin für das Jugendamt Alstaden/Lirich. „Stricken beruhigt und ist pure Entspannung.“

Eine lockere und fröhliche Atmosphäre herrscht in dem Raum. Einige Frauen kannten sich schon vorher, die meisten sind sich aber erstmals beim Kurs im vorigen Jahr begegnet. Mütter sind dabei und auch Großmütter. Geduldig versuchen sie, die neuen Stricktechniken umzusetzen. Wenn es nicht gleich auf Anhieb klappt, ist das auch kein Problem. Natürlich wird auch miteinander über das eine oder andere geredet, das nichts mit Stricken zu tun hat. In welcher Sprache? „Gesprochen wird Deutsch“, sagt Oum. Das klappt an diesem Tag völlig problemlos, denn die anwesenden Frauen leben bereits seit Jahren oder Jahrzehnten in Oberhausen. Und wer noch nicht so gut Deutsch spricht? „Kein Problem. Üben, üben, üben“, sagt Oum.

Dasselbe gilt übrigens auch fürs Stricken.

Weitere Teilnehmer gesucht

Rolf Langnese von der Ruhrwerkstatt hat das Projekt maßgeblich mitinitiiert. Der Kurs findet immer donnerstags von 12 bis 14 Uhr bei Terre des hommes, Zentrum Altenberg, an der Hansastraße statt. Es können noch weitere Interessenten mitmachen. Der Kurs dauert bis Ende dieses Jahres.

Die Teilnahme ist kostenlos. Nähere Informationen bei der Ruhrwerkstatt: 0208-857 560.

 
 

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