Marihuana extrem stark mit Pestiziden verseucht

Die Polizei in Oberhausen hat jetzt erfahren, dass das im März gefundene Marihuana mit Pestiziden verseucht ist.
Die Polizei in Oberhausen hat jetzt erfahren, dass das im März gefundene Marihuana mit Pestiziden verseucht ist.
Foto: Ulla Emig
Das Marihuana, das die Polizei im März sicherstellte, ist extrem stark mit Pestiziden verseucht. Das stellte sich jetzt heraus. Wie viel von dem Stoff noch auf dem Markt ist und ob es nicht weiteres giftiges Gras gibt, ist völlig ungewiss.

Oberhausen. Die Nachricht ist der Hammer. So etwas ist dem Chemiker des Landeskriminalamtes in seiner gesamten Laufbahn noch nicht untergekommen. „Die 90 Kilogramm Marihuana, die die Ermittlungskommission ‘Tirana’ im März sicherstellte, sind massiv mit Pestiziden verseucht“, sagt Michael Mende, der Leiter des für Drogendelikte zuständigen Kriminalkommissariates 12. Und: Die Schädlingsbekämpfungsmittel, die in dem Kraut mit einem Wert von einer Millionen Euro festgestellt wurden, sind in Deutschland außerdem schon lange verboten.

Weil die Untersuchung von Drogen sehr lange dauert, kann die Polizei erst jetzt mit diesen Informationen an die Öffentlichkeit gehen. Mende warnt: „Wir wissen nicht, wie viel von dem Stoff schon auf dem Markt gelandet ist oder noch landen wird.“ Fest steht: Pestizide machen schwer krank. Nach Informationen von Greenpeace können sie die Zellteilung stören, das Entstehen von Krebs begünstigen, das Erbgut verändern, das Immunsystem beeinträchtigen und Allergien auslösen. Außerdem sollen sie den Hormonhaushalt beeinflussen, bei Männern die Qualität und Menge der Spermien drastisch senken.

Marihuana kommt aus Albanien

Das Marihuana, dessen Konsum auch nach Information des LKA-Chemikers auf jeden Fall allein schon wegen des vielen Giftes gesundheitsschädlich ist, kommt aus Albanien. Es war ja auch ein in Oberhausen, Mülheim und Duisburg agierender albanischer Rauschgifthändlerring, den das KK 12 zerschlagen hatte. Mende spricht von „massiv organisierter Kriminalität“. „Die Beteiligten wollen das schnelle Geld machen“, erklärt der Kripo-Beamte. „Da knallen sie alles mögliche auf die Pflanzen drauf, damit sie gut wachsen“, macht KK 12-Ermittler Franz Glöckl deutlich.

Marihuana zu rauchen, ist also nicht nur gefährlich, weil es gleichgültig macht, Jugendlichen unter Umständen womöglich sogar das Leben zerstört oder bei Dauerkonsum Psychosen auslösen kann, der Stoff ist womöglich auch noch hochgradig giftig. Dabei ist Marihuana, das bei bester Qualität nur aus den Blüten der Cannabis-Pflanze besteht, ansonsten aus allen Teilen, schwer auf dem Vormarsch. „Die organisierte Kriminalität rückt von den harten Drogen weg“, sagt Mende. Für die Delikte mit sogenannten weichen Drogen sind die Strafen nicht so hoch. Mann kann es auch vor Ort leicht anbauen. Im Prinzip in jedem Wohnzimmer.

Es wird fast nur mit Marihuana gehandelt

„Zu 98 Prozent wird mittlerweile mit Gras gehandelt“, weiß Mende. „Haschisch ist total rückläufig“, erklärt sein Kollege. Das mag auch daran liegen, dass der Wirkstoffgehalt von Marihuana mittlerweile höher ist als bei bei Hasch. Bei gutem Marihuana liegt der THC-Gehalt bei 15 bis zu 27 Prozent. „Unsere Sorge ist deshalb auch, dass junge Jugendliche, die zum ersten Mal rauchen, von so einer starken Dröhnung umkippen wie die Fliegen“, sagen die Kripo-Beamten.

Was Marihuana bewirkt, wenn man nicht gleich umkippt: „Es hat eine euphorisierende Wirkung“, sagt Mende. Der Konsument nimmt alles leicht, entrückt den Problemen des Alltags. „Bei dem hochprozentigem Gras kann man sich zerschlagen fühlen, wenn die Euphorie nachlässt.“ Glöckl weiß: „Fast alle die wir kennen und die das seit Jahren rauchen, sind psychisch krank.“ Marihuana-Konsum ist als eh gefährlich. jetzt kommt die Gefahr durch Pestizide hinzu.

 
 

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