Lügen haben lange Nasen

Ein Blick in den Bauwagen von Meister Geppetto, wo er aus einem Holzstück Pinocchio zum Leben erweckt.
Ein Blick in den Bauwagen von Meister Geppetto, wo er aus einem Holzstück Pinocchio zum Leben erweckt.
Foto: Béatrice Król
Minutenlanger Applaus für die Familien-Aufführung „Pinocchio“ im Theater Oberhausen. Tierische Schurken, Abenteuer und Erkenntnisse über den Walbauch.

Oberhausen.. Strahlende Augen, Stimmengesurre – Jung und Alt sind hier versammelt. Die Vorfreude auf die Premiere von „Pinocchio“ im großen Saal des Theaters Oberhausen ist hörbar. „Ich freue mich sehr auf das Theaterstück“, sagt Mirijam Koch, die sich die Aufführung zusammen mit ihrer Mutter ansieht.

Ein kunterbunter Patchwork-Bühnenvorhang zieht die Blicke der Zuschauer Richtung Bühne. Ein paar Darsteller treten vor den Vorhang und musizieren auf einem Waschbrett, trommeln auf einem Wasserkanister. Dann öffnet sich der Vorhang.

Von Schlamassel zu Schlamassel

Auf der Bühne gibt es viel zu entdecken: ein Bauwagen, miteinander verbundene Holzgerüste – sogar der Mond scheint. Als Meister Geppetto ein Holzstück findet und daraufhin in seinem Bauwagen verschwindet, um daraus seinen Pinocchio zu schnitzen, öffnet sich die komplette Längsseite des Wagens und gibt den Blick frei auf die Geburtsstunde der Holzfigur.

Kurz darauf hüpft eine quirlige Grille auf die Bühne. Zunächst zirpt sie aufgeregt herum, bis sie ihre Antennen herauszieht und die richtige Sprache gefunden hat, um sich Pinocchio mitzuteilen. Sie erzählt ihm von der Schule. Pinocchio begibt sich auf die abenteuerliche Reise, ein Schulbuch zu kaufen. Dabei gerät er von einem Schlamassel in den nächsten. Und am Ende findet er mit seinem Vater Geppetto heraus, dass es sich in einem Walbauch ganz gut leben lässt, wenn man dort Zwieback und leckeres Apfelmus findet.

Zwei Schurken hat das Spiel auch: Von Frau Katze und Herrn Fuchs haben sich die Kinder hoffentlich nicht zu viel abgeschaut, denn sie versuchen, mit Lug und Trug Pinocchio von seinem guten Weg abzubringen.

Für herzliche Lacher sorgte besonders die Passage vom Puppenspiel – ein Stück im Stück. Pinocchio hüpft von der Bühne und schaut es sich zusammen mit den Kindern in der ersten Reihe an.

Mitgelacht haben auch René Kühn und sein Neffe Daniel Richter. „Es war sehr abwechslungsreich, sehr gute Musik, der Vorhang ist mir direkt aufgefallen. Da hat man sich mit allem sehr ins Zeug gelegt“, sagt René Kühn. „Ich fand alles am besten“, sagt der achtjährige Daniel munter.

Das Ensemble, das Team und der Regisseur wurden am Ende mit minutenlangem Applaus belohnt. „Haben sie alle ganz toll gemacht. Es ist eine Teamleistung, jeder hat sich eingebracht, wie in einer kleinen Kompanie“, sagt Regisseur Martin Kindervater zufrieden.

 
 

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