Lokale Kunstszene in Oberhausen zeigt Kunststoffe

Gudrun Mattern
„Liebe im Plastozän“ nennt die Foto-Künstlerin Hildegard Hugo ihre Interpretation des Themas Kunststoffe.
„Liebe im Plastozän“ nennt die Foto-Künstlerin Hildegard Hugo ihre Interpretation des Themas Kunststoffe.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Arbeitskreis Oberhausener Künstler präsentiert 39 Arbeiten im kleinen Schloss der Ludwiggalerie.Ausstellung ist an Vielfalt nicht zu überbieten.

Oberhausen. An Vielfalt kaum zu überbieten ist die Ausstellung „Kunststoffe“, die der Arbeitskreis Oberhausener Künstler im kleinen Schloss, in der Panoramagalerie und im Kabinett der Ludwiggalerie präsentiert. 39 Kunstwerke hat eine von den Machern selbst bestimmte Jury für die Präsentation aus einer noch viel größeren Anzahl der zum Thema eingereichten Arbeiten ausgewählt. Aus Künstlerkreisen stammen auch die Gestalter der Ausstellung.

Jedes Werk ist Teil des Ganzen

Ihnen ist es gelungen, dem Besucher trotz der unterschiedlichen Sichtweisen, Materialien, Stilrichtungen, Kunstformen und Aussagen zu vermitteln, dass er sich in einem großen Gemeinschafts-Kunstwerk befindet. Trotz Individualität und spezieller Anziehungskraft empfindet der Betrachter doch jede einzelne Arbeit als Teil eines Ganzen.

In ihrer Gesamtheit vermittelt die Ausstellung einen Eindruck der enormen kreativen Kraft der Kunstszene in Oberhausen. „Es spielt eine besondere Rolle, dass sich der Arbeitskreis selbst organisiert zusammengefunden hat und gemeinsam seine Interessen und Positionen vertritt“, sagte Kulturdezernent Apostolos Tsalsastras. „Es gibt keinen besseren Ort, sich zu zeigen, als die Panorama-Galerie im Schloss Oberhausen, denn sie steht, durch den Blickkontakt zum Kaisergarten, für die Öffnung der Galerie in die Stadt hinein.“ Spaziergänger können einen Großteil der ausgestellten Kunstwerke von draußen sehen. Eine schöne Aufforderung, hereinzuschauen.

Christine Vogt, Direktorin der Ludwiggalerie, betonte, dass alle Arbeiten qualitativ sehr hochwertig seien und dass sie sich freue, dass in diesem Jahr wieder neue Positionen in der Ausstellung der Oberhausener Künstler vertreten seien, die alle Gattungen der Kunst umfasse: „Es sind klassische Techniken wie Malerei, Skulptur oder Zeichnung dabei, aber auch Video, Performance, Materialcollage, Installation.“

Die unterschiedlichsten Interpretationen des Themas

Wichtig ist der Künstlergemeinschaft, bei ihren Gastspielen in der Ludwiggalerie neue Werke zu zeigen, sie dürfen nicht älter als drei Jahre sein. Eine Ausnahme ist das Werk mit dem Titel „Wassermangel“, ein auf Sand und Erde montiertes Plastikrohr, erschaffen von der 2014 verstorbenen Künstlerin Eva Ferdinand aus dem Jahr 1996.

Ob der Titel „Kunststoff“ wie beim Wasserrohr nun als künstlich geschaffenes Material im Mittelpunkt steht oder ob man der Frage nachgeht, ob die Welt überhaupt so viel künstliches Material braucht – ob ein Kunstwerk aus künstlichem Wegwerf-Material besteht oder eben einfach von ihm überzogen worden ist – es ist höchst interessant, die unterschiedlichsten Interpretationen des Themas anzusehen. Manchmal ist es schwieriger, malleichter, die Gedanken der Künstler nachzuvollziehen. Das Angebot reicht von in Kunststoff-Hüllen verpackten Pillen bis hin zu mit einer mit Textilfasern überzogenen Darstellung von Bangladesch-Näherinnen.