Linke Liste begehrt auf gegen Rechtsextremismus in Oberhausen

In der Kneipe „Melody“ hörten nach Angaben der Polizei Oberhausen rund 200 der rechten Szene zuzuordnende Jugendliche und Erwachsene Anfang Juli der Band Kategorie C „Hungrige Wölfe“ zu. Die Linke fordert, solche Konzerte zu verhindern.

Oberhausen. 200 der rechten Szene zugehörigen Jugendliche und Erwachsene versammelten sich nach Angaben der Oberhausener Polizei am ersten Juli-Samstag in der Kneipe „Melody“ (vormals „Schwarzes Schaf“) an der Sterkrade Straße - und hörten da der als rechtsextremistisch eingestuften Band Kategorie C „Hungrige Wölfe“ und ihren geschmacklosen „Führer“-Texten zu.

Aufgefallen ist das konspirativ einberufene Konzert nur deshalb, weil die „Hungrigen Wölfe“-Fans in einem Stoag-Bus lautstark randalierten. Die Ratsfraktion Linke Liste mit ihrem neuen Vorsitzenden Yusuf Karacelik forderte nun im Rat die Stadt und die Polizei auf, energischer gegen die rechtsextreme Szene vorzugehen und solche Konzerte zu verhindern.

Polizei sah keinen Hitlergruß

„In Essen durfte die Band nicht spielen. In Oberhausen war es möglich und da zeigten die Zuhörer sogar den Hitler-Gruß. Warum ist das Konzert nicht abgebrochen worden“, sagte Karacelik. Zudem habe die Linke Liste Hinweise darauf, dass in der Kneipe „Melody“ auch NPD-Veranstaltungen abgehalten würden. Es sei zu befürchten, dass sich hier ein Kristallisationspunkt für eine neonazistische Szene in Oberhausen bildet.

Ordnungsdezernent Frank Motschull (SPD) gab an, dass es nicht einfach sei, heimlich veranstaltete Konzerte zu stoppen. „Wir erfahren von dem Vorhaben meist zu spät“, sagte Motschull. Die Polizei habe das Konzert vor Ort Anfang Juli beobachtet und dabei keinen Hitlergruß oder andere strafbare Handlungen entdeckt. Zudem dürfe der Betreiber der Kneipe bis zu zehn Veranstaltungen wie Konzerte im Jahr ohne Genehmigung der Stadt durchführen. Erkenntnisse darüber, dass die NPD dort ihre Treffen abhalte, habe man nicht.

„Solche Veranstaltungen gehören verboten“

Motschull will nun aber Änderungen durchsetzen. „Wir überlegen zusammen mit der Polizei, ob nicht künftig Auflagen erforderlich sind. Zudem wollen wir mit Hilfe des Fußballvereins Rot-Weiß Oberhausen versuchen, auf die Sportszene, die sich in dieser Kneipe trifft, Einfluss auszuüben.“

Politische Unterstützung erhielt die Stadtspitze dafür von allen Fraktionen. „Wir wollen hier keine rechtsextremen Konzerte in der Stadt“, sagte SPD-Ratsherr und Landtagsabgeordneter Stefan Zimkeit. Er appellierte an die Gaststättenbetreiber, solche Veranstaltungen nicht mehr zuzulassen. „Solche Veranstaltungen gehören verboten“, meint Grünen-Ratsherr Peter Plew. Auch CDU-Fraktionschef Daniel Schranz verurteilte Konzerte von Rechtsextremen.

 
 

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