Lastenfahrrad ist noch eine Rarität

Michael Pauly ist Fan des Lastenfahrrades. Am Zentrum Altenberg zeigt er, was man alles aufladen kann.
Michael Pauly ist Fan des Lastenfahrrades. Am Zentrum Altenberg zeigt er, was man alles aufladen kann.
Foto: Fabian Strauch
Das Transportrad ist eine gute Alternative zum Auto. Doch es gibt noch kein Fachgeschäft in der Stadt.

Oberhausen.. Voll beladen sind sie ein echter Hingucker: die Lastenfahrräder. Der Oberhausener Michael Pauly nutzt so ein Transportrad. Damit fährt er mehrere Male die Woche, erledigt den Einkauf, radelt zur Freien Musikschule oder auch mal zu einem Konzert. Ganz schön praktisch.

Michael Pauly ist Musiker. Gitarrist, um genau zu sein. Und was so ein richtiger Gitarrist ist, der hat natürlich auch seine Verstärkeranlagen. Klar, könnte man die auch mit dem Auto durch die Gegend fahren. Für den Oberhausener sei dies aber keine Option. Er liebt sein Lastenfahrrad. Die Anlage samt Notenständer und Gitarren sind das Sperrigste, was er mit seinem Bike transportiert hat. Bis zu 125 Kilogramm dürfe er mit seinem Rad befördern, erklärt er. Dafür wurde es geprüft. Dabei wiegt das Fahrrad bereits gut 25 Kilogramm.

Doch warum müht er sich mit dem Fahrrad ab? „Es ist eine körperliche Herausforderung – und ich kann damit logistische Probleme lösen“, so Michael Pauly.

Gut für Nerven und Körper

Dennoch kann das Lastenfahrrad nicht alles. Für längere Strecken sei es nicht geeignet. Bis zu einer Strecke von maximal fünf bis sieben Kilometern wäre das Rad optimal nutzbar. Danach müsse man schon Hochleistungssportler sein, sagt der Oberhausener lachend. Das grenze dann schon an harte Arbeit. Dennoch sei das Transportrad eine gute Alternative zum Auto. Es helfe ihm, fit zu bleiben, schone die Umwelt und er habe deutlich weniger Stress. Besonders wenn es in den Feierabendverkehr ginge, schone so ein Fahrrad erheblich die Nerven.

Bald will er sich sogar noch ein weiteres anschaffen. Dabei, sagt er, sind ihm die Bremsen besonders wichtig. Einmal habe er in Osterfeld fast einen Unfall gehabt. Ein Plakatierer war mit seiner Arbeit beschäftigt und stand hinter einer Kurve auf dem Radweg. Pauly hatte im letzten Moment bremsen können, sonst hätte er mit dem Plakatierer eine Kollision gehabt. „Ich hatte fast 50 Kilogramm geladen. Ohne Hydraulikbremsen hätte das ziemlich schief gehen können“, so Pauly.

Kein Fachgeschäft in Oberhausen

Obwohl das Lastenfahrrad viel für Nachhaltigkeit und eigene Fitness schafft, ist Michael Pauly mit seinem Transportrad noch eher ein Exot. In Oberhausen gäbe es kein einziges Fachgeschäft für Lastenfahrräder, sagt Burkhard Schmidt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit Bedauern. Zwar sind diese Art von Fahrrädern bundesweit auf den Vormarsch, in Oberhausen sehe es aber schlecht aus. Schmidt erklärt sich dies mit der guten Infrastruktur für das Auto in Oberhausen.

Auch der Ortsverband der Grünen setzt auf ein solches Lastenfahrrad. Die Grünen nutzen es vor allem jetzt im Wahlkampf, sagt Vorstandssprecher Sebastian Girrullis. Die Materialien könnten so einfacher transportiert werden, es passe gut zu den Grünen und es sei praktisch. Schließlich fällt so die Parkplatzsuche weg.

Für den städtischen Bereich wäre das ebenfalls eine interessante Sache, sagt Girrullis. Der Paketlieferdienst DHL macht es in Köln bereits vereinzelt vor und setzt Lastenräder ein. Im Straßenverkehr sind diese von enormen Vorteil, Lkw behindern so beim Be- und Entladen nicht mehr den Verkehr. Dieser könnte dadurch entzerrt werden.

Das würde sicherlich auch Musiker Michael Pauly freuen. Denn das hieße: mehr Platz für sein Lastenrad, mehr fitte Leute und eine bessere Umwelt.

 
 

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