Kulturgeschenke versüßen den Oberhausener Alltag

Straßenkünstler heben das Lebensgefühl, nicht nur bei Stadtteilfesten wie hier in Osterfeld, sondern auch im normalen Alltag.
Straßenkünstler heben das Lebensgefühl, nicht nur bei Stadtteilfesten wie hier in Osterfeld, sondern auch im normalen Alltag.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool
Akteure der freien Szene sollen vom Frühjahr bis zum Herbst regelmäßig Straßenkunst bieten.Kreativität im öffentlichen Raum.

Oberhausen.. Ob Otto Wesendoncks „Phönix im Wind“ auf der Oberen Marktstraße, Gerhard Losemanns Skulptur „Bewegung“ am Hinterausgang des Hauptbahnhofs oder Walter Kurowskis „Eisenmann“, der vom Saporoshjeplatz in den Park vor der Stadthalle umzog: Mit Kunst im öffentlichen Raum ist Oberhausen zwar nicht reichlich gesegnet, aber es gibt sie und sie bereichert das Stadtbild. Künstler trifft man hingegen im Alltag fast nie. Das soll sich ändern. Zwei Kreative, der Musiker Michael Pauly und Guido Horn, Projektmanager, schicken sich an, der „kulturellen Unterversorgung der Stadtteile“ etwas entgegen zu setzen.

„Wenn man die Leute in geschlossenen Räumen nicht erreicht, dann versuchen wir es eben einmal draußen“, erklärt Pauly die Idee. Straßenkünstler sollen die Bürger im Vorbeigehen erleben können oder stehen bleiben, um ihnen eine Weile zuzuhören oder zuzusehen. Was in Großstädten wie Köln aus dem Stadtleben nicht wegzudenken ist, soll auch in Oberhausen Gewohnheit werden, vom Frühjahr bis zum Herbst in Sterkrade, Osterfeld und in der Innenstadt.

Künstler bekunden Interesse

Als Festival ohne gewohnten Festivalcharakter organisiert, wollen Pauly und Horn Kreativen der freien Kulturszene regelmäßig an Dienstagen oder Donnerstagen und immer zum gleichen Zeitpunkt an jeweils drei Spielorten Auftrittsmöglichkeiten geben. Funktionieren soll das im Drehscheibenprinzip: Eine Band spielt in Osterfeld, ein Chor singt in Sterkrade, ein Akkordeonspieler erfreut die Passanten in der City.

In einer der nächsten Wochen tauschen sie die Plätze. „Pro Stadtteil soll es neun Spielstätten geben. Das Besondere an dem Projekt ist die Gleichzeitigkeit der stattfindenden kulturellen Aktivitäten und dafür brauchen wir einen größeren Pool von Künstlern. Einige haben schon ihr Interesse bekundet“, sagt Pauly. „Wir wollen das Lebensgefühl der Oberhausener verbessern und wir sind verrückt genug zu glauben, dass wir das auch schaffen“, sagt Horn. „Es geht um die Untermalung des öffentlichen Raums. Wir planen Kulturgeschenke für den Alltag. Die Leute sollen ihre eigene Umgebung positiv erleben. Es ist so, als würde man eine graue Hauswand einfach mal bunt streichen.“

Anders als sonst üblich in der Straßenmusikszene, sollen die beteiligten Künstler ein Honorar erhalten. Deshalb haben Pauly und Horn beim Landschaftsverband Rheinland für das Projekt Mittel der Regionalen Kulturförderung beantragt. Kulturdezernent Apostolos Tsalastras hat den Antrag unterschrieben, über den demnächst entschieden wird. „Sollte es 2015 nicht klappen, versuchen wir es 2016 noch einmal“, sagt Horn.

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