Kritiker werden eingeschüchtert

Die Akteure, die das Gemeinsame Lernen in den Schulen mit viel Engagement umsetzen, stellen fest, dass ihre Erkenntnisse nicht gefragt sind. Ihre Kritik läuft ins Leere oder führt ein Dienstgespräch nach sich. Das dient nicht der Verbesserung der Situation im Gemeinsamen Lernen, sondern der Einschüchterung der Kritiker. Wie kann Inklusion erfolgreich umgesetzt werden, wenn die notwendigen Bedingungen nicht geschaffen werden und eine Diskussion nicht geführt werden darf? Die Lehrer, die im Gemeinsamen Lernen tätig sind, bemerken die veränderten Bedingungen in diesem Schuljahr hautnah. So kann es sein, dass die Anzahl der Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf an einer Schule steigt, nicht aber die Stellenzuweisung von Sonderpädagogen. Wie erfüllen lernbehinderte Jugendliche ihre Schulpflicht an einem Gymnasium, wenn die Sekundarstufe nach der 9. Klasse endet? Wie kann der Lehrplan für einen geistig behinderten Menschen an der allgemeinen Schule gestaltet werden? Das Ziel des Gemeinsamen Lernens ist akzeptiert, der Weg dorthin muss immer wieder überprüft werden. Die Politik tut gut daran, Fragen und die Kritik ernst zu nehmen. Einen Maulkorb zu verhängen, hilft nicht weiter. Friederike Deeg, Nicole Jagowski, Beate Wilcken, Leitung GEW Oberhausen

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