Kradfahrer pilgern in Oberhausener Kirche

Pfarrer Andreas Loos beim Biker-Gedenkgottesdienst in Osterfeld
Pfarrer Andreas Loos beim Biker-Gedenkgottesdienst in Osterfeld
Foto: Funke Foto Services
Zum Ende der Motorrad-Saison gedachten die Zweiradfahrer in der Osterfelder Auferstehungskirche ihrer in diesem Jahr verunglückten Kameraden.

Oberhausen..  Wer mit dem Motorrad unterwegs ist, legt sein Schicksal mehr als andere Verkehrsteilnehmer in andere Hände. Seit 1997 gibt es die Christlichen Motorradfreunde Osterfeld (CMO). Und seit dieser Zeit veranstalten sie jährlich mehrere Biker-Gedenkgottesdienste, auch um den Schutz Gottes bei ihrer Art der Fortbewegung zu erbitten.

Der Gottesdienst zum diesjährigen Saison-Ausklang fand am Sonntag nicht, wie üblich, auf dem Osterfelder Markt statt. Wegen der dortigen Bauarbeiten trafen sich die Motorradfreunde und andere Gläubige im Saal der Evangelischen Auferstehungskirchengemeinde an der Kapellenstraße.

Etwa 50 Personen feierten zusammen mit Pfarrer Andreas Loos den Biker-Gedenkgottesdienst. Auch Biker aus Mülheim und Essen waren dazu gekommen. Normalerweise werden dabei alle schweren Unfälle mit Motorradfahrern in der Region erwähnt. Darauf musste diesmal verzichtet werden, weil der Landesbetrieb Straßen NRW die entsprechenden Informationen nicht übersandt hatte.

Dafür schilderten fünf Mitglieder des CMO brenzlige Situationen aus ihrem Motorradfahrerleben , bei Glätte etwa oder wenn die Maschine mit ihren 200 und mehr Kilo Gewicht kippt und seitlich wegrutscht.

Auch sie würden am sichersten durchs Leben kommen, wenn sie es wie ein Haus auf Fels statt auf Sand bauen würden, predigte der Pfarrer. Er spielte damit jedoch nicht auf die größere Sicherheit im Auto an, sondern auf den christlichen Glauben als Fundament der Lebensführung des Einzelnen.

„Es ist aber nicht so, dass wir vor jeder Ausfahrt ein Gebet sprechen“, sagte anschließend Birgit Taschner aus dem Schladviertel. Sie ist mit 49 Jahren das jüngste CMO-Mitglied, hat erst vor zwei Jahren den Motorradführerschein gemacht und sich eine 650er Suzuki zugelegt.

Beim Motorradfahren sei das Gemeinschaftsgefühl einmalig. „Wir Biker duzen und grüßen uns alle“, erzählte sie. „Man liebt das Motorrad und die Gemeinschaft. Dafür nimmt man das Risiko in Kauf“, so Taschner.

Im Gegenzug erlebe man dann ein unbeschreibliches Fahrgefühl, schöner als auf der Kirmes. Man atme anders, schmecke die Luft ganz anders, nehme die Umgebung viel intensiver wahr. „Auto fährt man mit Herz und Verstand. Motorrad fährt man mit der Seele“, schilderte die Motorradliebhaberin ihre Leidenschaft. Das könne nur begreifen, wer es selbst erlebt habe.

Vor dem Fahren dürfe man freilich keine Angst haben. „Ich habe keine Angst, wohl aber Respekt vor meiner Maschine.“ Außerdem gebe es so viele Risiken im Leben, denen man ausgesetzt sei. Taschner: „Wir sind ja alle keine Raser.“

 
 

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