Junge Oberhausenerinnen übernehmen Politiker-Rollen

Auch Pressespiegel zählten zum Arbeitsmaterial der „jungen Abgeordneten“ (v.re.) Caterina Di Venti und Rina Veenhuis. Sie „vertraten“ im Landtag am Rhein die SPD-Abgeordneten Stefan Zimkeit und Wolfgang Große Brömer.
Auch Pressespiegel zählten zum Arbeitsmaterial der „jungen Abgeordneten“ (v.re.) Caterina Di Venti und Rina Veenhuis. Sie „vertraten“ im Landtag am Rhein die SPD-Abgeordneten Stefan Zimkeit und Wolfgang Große Brömer.
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  • Aktuelle Themen der „großen“ Politiker diskutierte der Landtag in Düsseldorf
  • Die SPD-Abgeordneten Zimkeit und Große Brömer luden junge Frauen ein
  • Als künftigen Traumberuf sehen die Oberhausenerinnen die Politik aber nicht

Oberhausen.. Einmal Politiker sein und im Düsseldorfer Landtag debattieren – genau dieses Abenteuer ist für Caterina Di Venti (18) und Rina Veenhues (19) aus Oberhausen Wirklichkeit geworden. Sie nahmen als Vertreter der Abgeordneten Stefan Zimkeit und Wolfgang Große Brömer vom 23. bis 25. Juni in Düsseldorf am Jugend-Landtag teil.

Diskutiert wurde über das bedingungslose Grundeinkommen, das Wahlalter 16, das gesellschaftswissenschaftliche Abitur sowie über verpflichtende Politikprojekte an Schulen. „Der Jugendlandtag hat mir gut gefallen. Wir haben in den Ausschüssen eigene Projekte und Themen behandelt und wir haben viel diskutiert, denn es gab unterschiedliche Positionen“, berichtet Caterina Di Venti. Die Abiturientin ist seit mittlerweile zwei Jahren Mitglied im Jugendparlament.

Beeindruckt von der Plenarsitzung

Rina Veenhues studiert Politikwissenschaften. Sie hatte über die Zeitung vom Jugend-Landtag erfahren und sich per Mail beworben. „Es war sehr interessant, die Abläufe des Landtags kennenzulernen. So etwas ist sonst nur schwer möglich“, weiß die Studentin.

Nach der Einführung und Kennenlernphase fanden gleich am ersten Tag Sitzungen in den Ausschüssen und in der SPD-Fraktion statt. Nach vielen Sitzungen am zweiten Tag lernten sich die erfahrenen Abgeordneten und ihre Schützlinge beim parlamentarischen Abend besser kennen.

Der Höhepunkt war aber die Plenarsitzung am letzten Tag. „Ein ganzer Tag voller Sitzungen ist echt anstrengend“, musste Caterina Di Venti feststellen, „Aber es war spannend und die Plenarsitzung war einfach beeindruckend.“ Rina Veenhues hat „generell eine wichtige Erfahrung“ gemacht: „Man konnte seinen Horizont erweitern. Das Studium ist eher trocken, das konnte ich jetzt mit Leben füllen.“

Die beiden SPD-Abgeordneten schätzen die Diskussionen und Ergebnisse des Jugend-Landtags als wichtig ein. „Wir bekommen Rückmeldungen und behandeln die Themen und Anträge auch in den Ausschüssen. Deshalb ist es wichtig für uns“, erklärt Stefan Zimkeit und Wolfgang Große Brömer bestätigt: „Es ist nicht nur ein Spiel. Wir werden im Schulausschuss sicherlich über den Vorschlag zum Abitur und das Politikprojekt sprechen. Ich möchte aber vor allem unsere Vertreterinnen loben, die sehr produktiv gearbeitet haben.“

Aus Juristen werden oft Politiker

Dass die Anträge tatsächlich umgesetzt werden, glauben die beiden jungen Frauen allerdings nicht. „Vielleicht können wir Impulse geben: Die Erwachsenen sehen, wie wir Jugendlichen denken. Große Erwartungen haben wir aber nicht“, sagt Caterina Di Venti.

Die Studentin Rina Veenhues betont: „Man hat jetzt einfach ein besseres Verständnis für die Politik und die Politiker. Das ist auch der Kerngedanke der Veranstaltung. Wer wirklich etwas bewegen möchte, hat andere Kanäle.“

Drei Tage lang waren Caterina und Rina Politikerinnen. Eine Karriere bis ins Kanzleramt ist für sie aber nicht das Ziel. „Ich möchte nach dem Abitur Jura studieren“, sagt Caterina Di Venti, doch Stefan Zimkeit wirft schmunzelnd ein: „Viele Juristen haben auch in der Politik Karriere gemacht.“

 
 

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