Intendant Peter Carp verlässt Oberhausen

Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Findungskommission des Freiburger Gemeinderates schlägt ihn für die Leitung des badischen Dreispartenhauses vor – und zwar ab der Spielzeit 2017/18.

Oberhausen.. Intendant Peter Carp wird voraussichtlich Oberhausen verlassen und das Freiburger Theater ab der Spielzeit 2017/18 leiten. Der Freiburger Gemeinderat hatte eine Findungskommission mit der Suche nach einem Nachfolger für seine Intendantin Barbara Mundel beauftragt, die ihren Vertrag, der im Sommer 2016 ausläuft, nicht verlängert aber zugesagt hatte, das Haus noch ein weiteres Jahr zu leiten, damit ihr Nachfolger Zeit zum Aufstellen eines neuen Teams und Spielplans habe, teilte die Badische Zeitung mit. Für Oberhausen bedeutet ihr „Zusatzjahr“ einen Zeitgewinn für die Suche eines Carp-Nachfolgers.

„Überrascht hat mich das nicht. Ich habe schon lange damit gerechnet, dass so etwas passiert“, kommentiert Kulturdezernent Apostolos Tsalastras die Nachricht, dass sich die Freiburger Kommission für Carp entschieden hat. „Was mich betrübt, aber ich gönne es ihm. Jetzt müssen wir das Beste daraus machen. Carp war sehr erfolgreich und ich bin froh, dass er so viel Neues gewagt und geschafft hat.“

Eine Chance im Neubeginn

Carp habe zum hervorragenden Ruf des Oberhausener Theaters beigetragen und Standards gesetzt. Dennoch werde es nie ein Haus, das jemand bis zur Rente leite. „Aber es ist ein sehr gutes Sprungbrett, um berühmt zu werden“, sagt Tsalastras.

Sehr überrascht hat die Nachricht hingegen Verwaltungsdirektor Jürgen Hennemann. „Vom Verfahren her ist die Entscheidung noch nicht klar, aber ich rechne damit, dass es so kommen wird“, sagt er mit Blick auf die Tatsache, dass der Feiburger Gemeinderat erst im Oktober über die Empfehlung der Kommission abstimmen wird. „Ich gönne es Carp, Freiburg ist ein Drei-Sparten-Haus. Und es ist gut, dass nichts kurzfristig entschieden werden muss. Ich bin sicher, dass sich für die Nachfolge von Carp ganz hervorragende Leute bewerben werden.“ In jedem Neubeginn liege auch eine Chance, meint Hennemann. „Die Kunst ernährt sich schließlich davon, dass es immer wieder neue Bedingungen gibt.“

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