Im Tal des Mühlenbachs

Der Effekt ist beeindruckend: Nur wenige hundert Meter von der lauten Bottroper Straße entfernt herrscht im Wald, im Tal des Mühlenbachs, absolute Stille. „Hier führt meine Joggingstrecke entlang“, erzählt Gästeführerin Silvia Golz. Sie hält das Grenzgebiet zwischen Osterfeld und Bottrop für besonders reizvoll.

Denn der tief liegende Wald könnte auch irgendwo im Bergischen Land sein. Dabei schließt sich wenige hundert Meter weiter, am anderen Ufer des Mühlenbachs, mit der Straße Am Mühlenbach und dem Louise-Schroeder-Heim schon wieder die nächste Siedlung an.

Vom Parkplatz am Solbad aber geht es zunächst einmal ein Stück auf der Vonderorter Straße bergab in den Wald. Sie trifft hier auf die Nürnberger Straße, die aber ebenso mehr den Charakter eines breiten Waldwegs hat. Letztere führt nach Osten, weiter nach Bottrop.

Silvia Golz bleibt am Grenzstein zwischen Oberhausen und der Nachbarstadt stehen. „Hier verläuft ja nicht nur die Grenze zwischen zwei Städten. Es handelt sich ja auch um die Grenze zwischen zwei Regierungsbezirken, ja zwischen Rheinland und Westfalen“, gibt sie zu bedenken.

Es geht etwas zurück auf die Ripsdörnestraße, auf den Weg, der zur Nordseite des Mühlenbachs führt. Auf einer Brücke überquert dieser Weg hier die Bahnstrecke von Osterfeld nach Bottrop, die übrigens noch in Betrieb ist. „Uns alle verbindet ja die industrielle Vergangenheit“, sinniert Silvia Golz, als sie auf der Brücke steht. Sie habe an ganz vielen Stellen in der Stadt zu einer einmaligen Verbindung mit der Natur geführt. „Bei klarem Wetter sieht man den Gasometer“, sagt sie und zeigt nach Westen.

Auf der Nordseite der Brücke biegt die Gästeführerin nach links in den Wald ab. „Diese Fläche hier“, erzählt sie, „hab’ ich durch den Kindergarten meines Sohnes kennengelernt.“ Steil fällt plötzlich ein Hang ab. Ein gepflastertes Becken ist unten, im Tal, angelegt worden. Aus einer kleinen steinernen Erhebung ragt ein großes Rohr heraus. Und plötzlich schießt eine Ladung Wasser daraus in das Becken. Nach und nach läuft das Becken über, bahnt sich das Wasser seinen Weg durch das Tal. Ein Abenteuer-Spielplatz für Kinder, herrlich zum Matschen. Alle paar Minuten schießt Wasser aus diesem Rohr, freilich so dosiert, dass keine Gefahr davon ausgeht.

Es ist Zeit, den Rückweg anzutreten, also zurück über die Brücke und die Vonderorter Straße hinauf. Der weitläufige Parkplatz des Revierparks Vonderort taucht auf. Das Rauschen und Lärmen der Bottroper Straße kehrt zurück. Der Spaziergänger ist wieder in der Großstadt Oberhausen angekommen.

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