Ihre Bilder zeigen die Normalität in Frauenhäusern

Mit ihren Fotos dokumentiert Brigitte Kraemer den Alltag in Frauenhäusern; zu sehen sind die Bilder zurzeit im Foyer der Oberhausener Volkshochschule.
Mit ihren Fotos dokumentiert Brigitte Kraemer den Alltag in Frauenhäusern; zu sehen sind die Bilder zurzeit im Foyer der Oberhausener Volkshochschule.
Foto: Funke Foto Services
Fotografin Brigitte Kraemer zeigt den Alltag in Frauenhäusern. Ihre Ausstellung ist im Foyer der Oberhausener Volkshochschule zu sehen.

Oberhausen.. Die Bilder sind so voller Leben. Da ist ordentlich etwas los in diesen Familien, denkt der Betrachter. Da wird im Bett mit den Kindern getobt, da geht eine Tanzparty im Garten ab, wird gespielt oder in der Sonne gebadet. Diese so alltäglichen Szenen hat die Fotografin Brigitte Kraemer festgehalten. Fotografiert hat sie sie in Frauenhäusern. Die Ausstellung, die so entstand, heißt „Auf der Schwelle – Leben im Frauenhaus“ und ist jetzt im Foyer der Volkshochschule zu sehen.

Brigitte Kraemer war die erste Fotografin, die Bilder im geschützten Raum der Frauenhäuser machte. „1982 war es Thema meiner Examensarbeit“, erklärt sie. 1991 fotografierte sie noch mal in Herne. „Zu diesen Frauen halte ich auch noch Kontakt“, erzählt sie. Gerade sei sie bei der Hochzeit der Tochter einer der Frauen gewesen. 2013 und 2014 hat Brigitte Kraemer dann noch einmal in Frauenhäusern fotografiert. Weshalb die Bilder auch Geschichte schreiben.

Gezeigt würde die Normalität

„Viele haben so ein komisches Bild vom Frauenhaus. Die Bilder zeigen, dass das Leben dort ganz normal ist“, sagt die Fotografin. Die Aufnahmen spielen drinnen und draußen. „Man ist dabei“, sagt Christine Vogt, Direktorin der Ludwiggalerie, über das, was die Fotografien mit dem Betrachter machen. Gezeigt würde die Normalität, nicht das Opfer. Viele Bilder sind fröhlich, es gibt aber auch die voller Traurigkeit, wenn eine Frau ihre Hochzeitsfotos betrachtet.

Brigitte Kraemer hat auch Porträts von einzelnen Frauen gemacht. Die sind nicht aufwändig inszeniert, und die Frauen stehen vor einem neutralen Hintergrund. Obwohl die Fotografin normalerweise nicht schreibt, hat sie zu den Porträts Texte über die Frauen gestellt.

„Ich fand es wichtig, sie selbst zu Wort kommen zu lassen“, sagt Brigitte Kraemer. Sie stellt zum Beispiel Katrin vor, die ursprünglich aus Polen kommt. Ihr Mann schlug und vergewaltigte sie. Da im erzkatholischen Polen eine Trennung nicht möglich gewesen sei, arbeitete Katrin darauf hin, mit Mann und Kindern als Spätaussiedler nach Deutschland zu gehen. Das klappte. Hier erst konnte sie sich mit ihren Kindern in ein Frauenhaus flüchten.

Kooperation dreier Partner

Gezeigt wird die Ausstellung in Kooperation von Volkshochschule, Gleichstellungsstelle und Frauenhaus. Das Oberhausener Frauenhaus ist erreichbar unter 80 45 12. Unter www.frauen-info-netz.de kann man sich über freie Frauenhausplätze in NRW informieren.

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