„Ich möchte das tun, was mir Spaß macht“

Auch in diesem Jahr wird Gerburg Jahnke wieder im Ebertbad auftreten. So wird etwa das Stück „Pommes“ weiterhin aufgeführt.
Auch in diesem Jahr wird Gerburg Jahnke wieder im Ebertbad auftreten. So wird etwa das Stück „Pommes“ weiterhin aufgeführt.
Foto: WAZ FotoPool
Gerburg Jahnke ist die bekannteste lebende Oberhausenerin. Die Kabarettistin nimmt es als Kompliment, hat es darauf aber nie angelegt: „Erfolg ist nicht planbar“.

Oberhausen. Ob nun zusammen mit Stephanie Überall als Duo „Missfits“ oder solo als Kabarettistin auf der Bühne: Seit inzwischen fast 30 Jahren bringt Gerburg Jahnke mit ihren wechselnden Programmen nicht nur die Oberhausener zum Lachen. Und das offenbar mit durchschlagendem Erfolg. Denn wie das aktuelle NRZ-Bürgerbarometer aufzeigt, halten Oberhausener Jahnke für die bekannteste lebende Persönlichkeit der Stadt. „Ich nehme das grundsätzlich als Kompliment an“, lautet ihre erste Reaktion auf dieses Ergebnis, um kurze Zeit später ein „das ist schon geil“, nachzuschieben.

Doch um Bekanntheit ist es Jahnke nie gegangen. „Ich möchte einfach das tun, was mir auch selbst Spaß macht. Ich empfinde es als Luxus, so arbeiten zu können.“ Bis dieser Punkt erreicht war, musste die gebürtige Osterfelderin einen langen Weg hinter sich bringen. „Erfolg ist nicht planbar. Wenn ich mir überlege, wie es vor fast 30 Jahren im Kulturzentrum Altenberg angefangen hat, war diese ganze Entwicklung überhaupt nicht absehbar.“

Zusammen mit dem Publikum älter werden

Dass gerade die Befragten aus der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen sie oft als bekannteste Oberhausenerin nennen, kommt für Jahnke nicht komplett überraschend. „Es ist natürlich so, dass das Publikum mit einem zusammen älter wird“, ahnt die Kabarettistin. „Ich bin seit fast 30 Jahren in der Unterhaltungsbranche. Obwohl selbstverständlich immer wieder neue Leute zum Publikum dazu stoßen, gibt es auch viele, die einen seit Jahren begleiten.“

Bei den Osterfeldern genießt Jahnke zusätzliche Bekanntheit. „Vielleicht habe ich da als gebürtige Osterfelderin einen kleinen Vorteil“, sagt sie mit einem Lachen. Aufzuholen hat sie dagegen in Alt-Oberhausen.

Kann sie denn in Oberhausen einen Fuß vor die Tür setzen, ohne gleich von Dutzenden Leuten erkannt zu werden? „Es ist fast familiär hier. Wenn ich einkaufen gehe, passiert es öfter, dass ich angesprochen werde.“ Das beschränke sich jedoch oft auf ein nettes Kompliment: „Ich habe Ihr Programm gesehen und fand das ganz toll.“

Unterschiedliche Reaktionen in anderen Städten

In anderen Städten unterscheide sich die Reaktion mitunter schon enorm. „Oft erlebe ich komplett überraschte Leute, die kaum glauben können, dass es einen auch in echt gibt.“ Glücklicherweise gehe das aber nicht so weit wie bei Künstlern der Kragenweite einer Madonna, „die wahrscheinlich noch nicht mal selbst einkaufen gehen können.“

Über die scheinbar zurückgehende Popularität der Oberhausener Politiker sinniert sie ebenfalls. „Das ist das Los der Politiker. In Zeiten, in denen überall Einsparungen gemacht werden müssen, wirken sich unpopuläre Entscheidungen auf die Beliebtheit aus.“ Das sei etwa im Zusammenhang mit dem Abriss des Hauses der Jugend und der weiteren Planungen am John-Lennon-Platz zu sehen. „Als Künstler hat man es deutlich leichter, beliebt zu sein.“

 
 

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