Oberhausen

Hund in Oberhausen: Alleinerziehende Mutter hat nur noch eine Hoffnung – DIESER Vierbeiner soll ihr jetzt helfen

Noch vor einem Jahr sammelte Sabrina Schuster, eine alleinerziehende Mutter aus Oberhausen, Spenden, um endlich einen Assistenzhund zu bekommen. Jetzt geht ihr Traum in Erfüllung.
Noch vor einem Jahr sammelte Sabrina Schuster, eine alleinerziehende Mutter aus Oberhausen, Spenden, um endlich einen Assistenzhund zu bekommen. Jetzt geht ihr Traum in Erfüllung.
Foto: privat

Oberhausen. Vor einem Jahr war Sabrina Schuster (32) aus Oberhausen noch völlig verzweifelt. Die alleinerziehende Mutter fällt mehrmals täglich in Ohnmacht. Sie leidet schon seit Jahren an sogenannten psychogenen Krampfanfällen, kann nicht mehr alleine vor die Tür gehen. Mehr dazu liest du hier >>> Die 32-Jährige hatte nur noch eine Hoffnung: ein Hund muss schnellstens her, der ihr im Alltag hilft und Schutz bietet.

Doch der Wunsch nach einem Assistenz-Hund wurde stark gebremst. Die junge Frau aus Oberhausen hat zwar einen Schwerbehindertenausweis, musste aber trotzdem erfahren, dass die Krankenkasse dafür nicht aufkomme. Die Kosten von 20.000 Euro muss sie allein tragen.

Hund in Oberhausen: Alleinerziehende Mutter bekommt endlich einen Assistenzhund

„Wie soll ich mir das jemals leisten können?", sagte Schuster damals traurig gegenüber DER WESTEN. Also startete sie eine Spendenaktion. Und dann geschah ein Wunder, mit dem sie gar nicht mehr gerechnet hatte. Nach ein paar Monaten hatte sie die Summe tatsächlich zusammen und ihr Traum kann nun Realität werden. „Ich habe überhaupt nicht mehr damit gerechnet", gibt sie zu.

Durch Berichte in den Medien und auch durch mehrere Großspenden knappste sie sich den Betrag zusammen. „Ein Oberhausener Karnevalsverein hatte dann noch die letzte größere Summe gespendet. Ich bin unendlich dankbar", erzählt sie.

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Das WZ Hundezentrum in Lalendorf bei Rostock konnte endlich ihren jungen Labrador ausbilden. Hundetrainer Ulrich Zander selbst war auch überrascht von der Spendenflut. Noch vor einem Jahr rechnete er die Chancen sehr gering aus. „Bei Kindern ist es immer leichter die Spendensumme zusammenzubekommen“, sagte er im Gespräch mit DER WESTEN.

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Sogar das ZDF hat das Schicksal von Sabrina Schuster bewegt. In„Menschen – das Magazin" strahlte der Sender am 16. Januar einen Beitrag aus. >>> Hier kannst du ihn in der Mediathek anschauen

ZDF berichtet über Oberhausenerin in „Menschen – das Magazin"

In dem 10-minütigen Einspieler ist zu sehen, wie Zander das erste Mal die junge Mutter in Oberhausen besucht. Im Gepäck hat er drei junge Labradore: „Jetzt müssen wir schauen, ob die Chemie zwischen ihnen stimmt“, so der Hundetrainer. Einer davon soll ihr neuer Begleiter werden.

Die 32-Jährige sowie ihre kleine Tochter Annamarie sind hellauf begeistert, bauen Nähe zur Hündin Franka auf. „Ich bin total geflasht“, gesteht die Alleinerziehende und knuddelt den Vierbeiner.

Ihr Leben ist in der Corona-Pandemie nicht einfacher geworden. „Alles, was nicht beeinflussbar ist, erschreckt mich“, erklärte die junge Mutter. Die Folge: Sie kippt wie aus dem Nichts um, ist wie weggetreten. „Das können manchmal 20 Anfälle am Tag sein.“

Mit ihrer Tochter Annemarie (9) durch den Kaiserpark in Oberhausen spazieren oder ein Eis essen gehen, war lange undenkbar für die erkrankte Mama! Doch in der Pandemie mit Homeschooling und dem Lernstress gehe die Krankheit noch mehr an die Substanz. „Die Schübe sind wieder mehr geworden“, gesteht sie.

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Das sind psychogene dissoziative Krampfanfälle:

  • Psychogene Krampfanfälle ähneln epileptischen Anfällen
  • Doch sie sind nicht durch neuronale Aktivität ausgelöst
  • Stattdessen haben sie psychische Ursachen
  • Die Unterschiede sind oft schwer zu unterscheiden
  • Eine Fehldiagnose ist schnell gestellt, Patienten nehmen dann Antiepileptika, die nicht helfen
  • Bei den Anfällen verlieren die Betroffenen das Bewusstsein, sind aber doch nicht ganz weggetreten
  • Diese Anfälle sind stark belastend und kosten eine Menge Kraft
  • Durch äußere Reize wie Kälte oder unangenehmer Geruch (wie Ammoniak) können Patienten zurückgeholt werden

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Um endlich wieder alleine einzukaufen und in den Bus zu steigen, um am Leben teilzunehmen, soll Hündin Franka ihr nun helfen. Wird sie in der Öffentlichkeit ohnmächtig, steht der Hund ihr zur Seite und weckt sie wieder auf.

Im Februar soll es endlich losgehen. Dann will Schuster zum Trainingsgelände nach Mecklenburg-Vorpommern fahren - sofern es die Corona-Einschränkungen im Lockdown möglich machen. Der Hund soll die speziellen Bedürfnisse seiner Patientin kennenlernen und dahingehend geschult werden.

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„Eigentlich soll Franka dann im August bei uns einziehen. Wenn Corona dem keinen Strich durch die Rechnung macht“, sagt die 32-Jährige hoffnungsvoll. Wir drücken ihr alle Daumen, dass sie im Sommer ein unbeschwerteres Leben genießen kann!