Holtener Marihuana-Pflanzer wurden ausgeraubt

Bodo Malssch

Das beschauliche Leben von zwei 48 und 59 Jahre alten Oberhausenern, die auf einem Bauernhof in ihrer Freizeit Marihuana anbauten und konsumierten, wurde im Herbst 2011 rüde unterbrochen. Zwei Mal im Abstand von nur fünf Wochen wurden sie ausgeraubt.

Als mutmaßliche Täter stehen seit gestern ein 22-jähriger Duisburger und ein 21-jähriger Gelsenkirchener vor dem Landgericht Duisburg. Die Angeklagten, die zur Tatzeit noch Heranwachsende waren, müssen sich wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor der Jugendkammer verantworten. Am 14. November 2011 sollen sie den älteren der beiden Männer mit einem Messer bedroht und so 400 Gramm Marihuana erbeutet haben.

Offenbar waren die botanischen Kenntnisse der Räuber unzureichend. Denn das zweite Mal standen sie deutlich zu früh für eine neue Ernte im Bauernhaus auf der Matte. Dennoch sollen sie beide Bewohner gefesselt, bedroht und zwei Stunden lang mit Messer und Schlagstock gefoltert haben, um das Versteck der Drogen zu erfahren. Am Ende nahmen die Täter nur eine Dose mit 10 Gramm Marihuana mit.

Womit die Räuber wohl nicht gerechnet hatten: Die schwer ramponierten Hobby-Gärtner - einer erlitt Schnittwunden, der andere mehrere Knochenbrüche - erstatteten Anzeige. Der Polizei gestanden sie auch gleich, bereits seit 2008 Rauschgiftpflanzen anzubauen und vier Mal im Jahr geerntet zu haben.

Der Gelsenkirchener schwieg gestern zu den Vorwürfen. Der Duisburger gestand, gemeinsam mit einem Mittäter, dessen Namen er nicht nennen will, die erste Tat begangen zu haben. „Mit dem zweiten Überfall habe ich nichts zu tun“, behauptete der Angeklagte. Dass bei den Marihuana-Pflanzern etwas zu holen gewesen sei, hätte sich in der Szene rasch herumgesprochen.

Schwer belastet wurden die Angeklagten im Vorfeld des Prozesses durch einen jungen Drogenkonsumenten, der ihnen den Tipp zu den Überfällen gegeben haben will und für diese Beihilfe inzwischen zu einer Jugendstrafe verurteilt wurde. Für das Verfahren sind bis September vier weitere Verhandlungstage vorgesehen.