Hervorragende Flötisten zu Gast in Oberhausen

Ein Programm der eher ungewöhnlichen Art bot der Künstlerförderverein in seiner 157. Matinee im Ebertbad.
Ein Programm der eher ungewöhnlichen Art bot der Künstlerförderverein in seiner 157. Matinee im Ebertbad.
Foto: Privat
Studierende der Flötenklasse von Prof. Gunhild Ott von der Folkwang-Hochschule waren zu Gast in Oberhausen. Unterstützt wurden die Flötisten im Ebertbad von Kollegen aus anderen Bläserklassen.

Oberhausen. Ein Programm der eher ungewöhnlichen Art bot der Künstlerförderverein in seiner 157. Matinee im Ebertbad. Durch Vermittlung des Pianisten Robert Weinsheimer, der im Konzert auch den Part des Begleiters übernahm, war es gelungen, Studierende der Flötenklasse von Prof. Gunhild Ott von der Folkwang-Hochschule nach Oberhausen zu holen.

Unterstützt wurden die Flötisten von Kollegen aus anderen Bläserklassen, und das schon sehr eindrucksvoll im ersten Werk, dem viel gespielten B-Dur-Divertimento von Haydn. Die gute Mischung der unterschiedlichen Klangfarben, vor allem aber eine ausdrucksvolle Phrasierung, machten es zu einem lebendig schwingenden Organismus. Berührend die erhabene Schlichtheit des durch die Brahms-Variationen bekannten „Chorale St. Antoni“.

Mittelalterliche Gregorianik

Kontrastreich ging es weiter mit einer heftig bejubelten Carmen-Fantasie des seinerzeit berühmten Flötisten Francois Borne, in der Miriam Rozendaal eine wortwörtlich atemberaubende Virtuosität entwickelte. Die meditativ schwebenden, polyphonen Linien der „Sonatine modale“ von Koechlin dagegen erinnerten an mittelalterliche Gregorianik, aber auch an die Nähe des Komponisten zum Impressionismus.

Nach einem etwas wienerisch-ungarisch angehauchten Werk von Doppler eine weitere Besonderheit: In seiner Sonate für Flöte solo verbindet Carl Phillip Emanuel Bach die hohe Kunst seines Vaters, für ein einstimmiges Instrument mehrstimmig zu schreiben, mit dem Ausdruckswillen der „neuen“ Empfindsamkeit. Wunderbar, wie Ferhat Kunt dieses Werk zu einem spannungsvollen Dialog formte. Den Abschluss bildete, verstärkt durch Robert Weinsheimer am Klavier, ein Sextett des Schweizer Komponisten Hans Huber.

 
 

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