Oberhausen

Haftbefehl gegen IS-Kämpferin aus Oberhausen – neue, erschütternde Details enthüllt

Nachdem der IS aus vielen besetzten Gebieten in Syrien zurückgedrängt wurde, kehrte eine mutmaßliche IS-Kämpferin aus Oberhausen nach Deutschland zuruck. (Symbolbild)
Nachdem der IS aus vielen besetzten Gebieten in Syrien zurückgedrängt wurde, kehrte eine mutmaßliche IS-Kämpferin aus Oberhausen nach Deutschland zuruck. (Symbolbild)
Foto: imago images

Oberhausen. Die Vorwürfe gegen Carla S. (32) aus Oberhausen sind gewaltig. Die heute 32-Jährige soll sich im Herbst 2015 ihre drei Kinder geschnappt und sich ohne Einverständnis ihres Mannes mit ihnen nach Syrien abgesetzt haben. Dort soll sie sich dem sogenannten Islamischen Staat (IS) in Syrien angeschlossen haben.

So lautet der Vorwurf vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe, vor dem sich die mutmaßliche IS-Kämpferin aus Oberhausen nach ihrer Rückkehr aus Syrien verantworten muss. Gegen sie liegt nun ein Haftbefehl vor – mit grausamen Details.

Haftbefehl gegen mutmaßliche IS-Kämpferin aus Oberhausen

Nach Ermittlungen der Bundesanwaltschaft habe die Mutter ihre Kinder in Syrien im Sinne des IS religiös erzogen. Sie soll ihre minderjährigen Kinder auch zu einer öffentlichen Hinrichtung mitgenommen haben.

Einen ihrer Söhne soll sie von der sogenannten Religionspolizei haben züchtigen lassen, weil der die IS-Ideologie hinterfragt haben soll. Bei einem Bombenangriff von IS-Gegnern wurde ihr achtjähriger Sohn, der in einem Ausbildungslager der Terrororganisation militärisch geschult worden sein soll, im Jahr 2018 getötet.

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IS-Kämpferin will Ehemann zum IS lotsen – und heiratet erneut

Auch ihren Ehemann habe die mutmaßliche IS-Kämpferin von der Ideologie der Terrororganisation überzeugen wollen, heißt es weiter. Doch der sei nicht bereit gewesen, für den IS zu kämpfen.

Daraufhin soll die Oberhausenerin im Frühjahr 2016 ein IS-Mitglied aus Somalia geheiratet haben. Der IS-Kämpfer habe sie daraufhin im Umgang mit Waffen geschult. Außerdem soll sie eine Handgranate bekommen haben, mit dem Auftrag bei einem gegnerischen Angriff, sich, ihre Kinder und möglichst viele Angreifer in die Luft zu jagen.

Oberhausenerin landet in syrischem Flüchtlingscamp

Doch dazu kommt es nicht. Nachdem der IS aus den besetzten Gebieten in Syrien zurückgedrängt wurde, landete sie schließlich in einem syrischen Flüchtlingslager. Ihr eigentlicher Plan war ein anderer. Hier mehr Infos >>>

Beim Auswärtigen Amt beschwerte sich die mutmaßliche IS-Kämpferin aus Oberhausen dann über die Zustände im Lager. Daraufhin wurde sie gemeinsam mit ihren Kindern nach Deutschland geflogen.

Ehemann nimmt Kinder auf

Hier wanderte Carla S. direkt in Untersuchungshaft. Nun muss sich die 32-Jährige vor dem Bundesgerichtshof verantworten wegen:

  • Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland
  • Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz
  • Entziehung dreier Minderjähriger mit Gefährdung, davon in einem Fall mit Todesfolge
  • Dringender Tatverdacht der Körperverletzung
  • Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht
  • Kriegsverbrechens gegen Personen

Ihre Kinder kamen zurück in die Obhut des Vaters. (mit dpa)

 
 

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