Grünes Röntgen

Nicht immer neu: Medizinische Geräte wie dieser Computertomograf werden in den Krankenhäusern zum Teil aus den Recycling-Abteilungen großer Herstellerfirmen eingekauft. Foto: Sergej Lepke
Nicht immer neu: Medizinische Geräte wie dieser Computertomograf werden in den Krankenhäusern zum Teil aus den Recycling-Abteilungen großer Herstellerfirmen eingekauft. Foto: Sergej Lepke
Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Recycling ist in. Doch nicht nur die leere Milchtüte oder die Bananenschale wird wiederverwertet, auch medizinische Geräte in Krankenhäusern erhalten ein zweites Leben.

„Refurbished Systems“ nennt zum Beispiel Siemens diese Wiederverwertung von Medizintechnik. Das Prinzip: Der Hersteller nimmt medizinische Geräte zurück, verwertet noch brauchbare Teile wie metallische Gehäuse neu und stattet sie zum Teil mit neuer Technik aus. Vorteil: Die Geräte sind deutlich günstiger als die nagelneue Variante. Doch ist auf diese wiederverwerteten Computertomografen oder Röntgenapparate Verlass? Und wie stehen die Oberhausener Krankenhäuser dazu?

Die Helios Sankt Elisabeth Klinik weist das Thema weit von sich. „Wir geben viel Geld für neue Geräte aus aus haben nur die beste und neueste Technik hier“, sagt Medizintechniker Jürgen Rötzer. Ältere Geräte würden nicht mehr den aktuellen Standards entsprechen und seien nicht vertretbar. „So etwas macht man nicht“, sagt Jürgen Rötzer. Auch am St. Clemens Hospital teilt man seine Meinung. Selbst zwei oder drei Jahre alt Recycling-Geräte seien veraltet, sagt der Technische Direktor Hans Rosenkranz. „Die spiegeln den Stand der Konzeption von vor zehn, 15 Jahren wider“, sagt er. Für die alten Geräte habe seine Klinik aber eine gute Verwendung: „Die geben wir an unsere Krankenhäuser in Rumänien.“

Etwas differenzierter ist die Sichtweise am Johanniter-Krankenhaus. Boris Grauer, Leiter der Medizintechnik, merkt man an, dass er sich gut mit dem Thema auskennt. Das von Siemens oder Philips angewandte Recyling beziehe sich nur auf die metallische Hülle der Geräte, sagt er. „Die Elektronik wird erneuert.“ Das Johanniter-Krankenhaus habe in Oberhausen keines dieser wiederverwerteten Geräte im Einsatz. In Duisburg-Nord habe man aber ein solches Gerät und sei „voll zufrieden“ damit. Boris Grauer gibt zu, dass dabei natürlich auch der günstigere Preis eine Rolle gespielt habe. „Ich glaube sowieso an ein Verkaufsprinzip mit versteckten Rabatten, um den Preis nach unten zu treiben.“

Auch das Evangelische Krankenhaus (EKO) vertraut in Einzelfällen auf Recycling-Geräte. „Wenn Geräte kaputt gehen, verwenden wir auch reparierte Altgeräte in gutem Zustand“, sagt Anne Zimmermann, Assistentin der Klinikkommunikation. Das seien dann eben jene zwei bis drei Jahre alten Geräte, die weitestgehend erneuert wurden und wieder eine Garantie hätten. „Grundsätzlich greifen wir aber zunächst auf Neugeräte zurück.“

Gerade die Reparatur ist für Andreas Schick, Leiter der Medizintechnik am Katholischen Krankenhaus (KKO), der Grund, nur auf neueste Produkte zurückzugreifen: „Nach zehn Jahren gibt es für diese Geräte keinen technischen Support mehr.“ Da kaufe er mit dem neuen Gerät lieber auch zukünftige Ersatzteile ein.

 
 

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