Grünen-Politikerin Höhn wehrt sich gegen Vorwurf der Intrige

Peter Szymaniak
Bärbel Höhn wehrt sich gegen den Vorwurf, sie habe bei der Personalie um den Dezernentenposten die Fäden gezogen.
Bärbel Höhn wehrt sich gegen den Vorwurf, sie habe bei der Personalie um den Dezernentenposten die Fäden gezogen.
Foto: WR
Bei den Grünen ist die Diskussion um die Besetzung des neuen städtischen Umweltdezernentenposten nach wie vor im Gange. Den Vorwurf, sie habe bei der Personalie die Fäden gezogen, wehrt Bärbel Höhn strikt ab. Sie habe bei der Nominierten Sabine Lauxen lediglich angefragt und sie nicht ausgewählt.

Oberhausen. Der überraschende Rücktritt ihres wichtigsten Frontmannes, des früheren Grünen-Ratsfraktionschefs Volker Wilke, und die Nominierung von Sabine Lauxen (Grüne) aus dem NRW-Umweltministerium zur neuen städtischen Umweltdezernentin bewegen immer noch die Gemüter der Oberhausener Grünen-Basis.

Wilke hatte ebenfalls um den Dezernentenposten gekämpft – und verloren. Nun hat sich die Oberhausener Grünen-Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn in einem internen Schreiben an alle Parteimitglieder gewandt, das der WAZ vorliegt. Darin wehrt sich die frühere NRW-Umweltministerin strikt gegen den Eindruck, sie habe bei der Personalie die Fäden gezogen, es handele sich hier um einen Machtkampf und eine Intrige gegen Wilke.

Dies seien „abenteuerliche Vermutungen, die geprägt sind von dem alten Denken, im Hintergrund des Politikgeschehens muss immer eine(r) die Strippen ziehen“.

Sie gibt allerdings zu, Sabine Lauxen bei der Suche der Grünen nach geeigneten Kandidatinnen angesprochen zu haben. „Ansonsten habe ich mich weder um das Auswahlverfahren noch um die Auswahlkommission gekümmert. Der Kreis hat sehr inhaltlich, sehr eigenständig und sehr klar entschieden“, schreibt Höhn. Sie habe bei Lauxen angefragt, weil die Oberhausener Parteibasis die Dezernentenstelle möglichst mit einer Frau besetzen wollte.

„Gerade ich habe den Beschluss eher kritisch gesehen, weil ich aus Erfahrung weiß, dass es nicht einfach sein wird, eine Frau zu finden, die einen solchen Job auf sich nehmen will.“ Denn es sei für eine Frau immer noch nicht leicht, als „einzige in einem bisher reinen Männergremium, deren Mitglieder sich untereinander seit langem kennen, grüne Akzente zu setzen und sich nicht unterbuttern“ zu lassen. „Insofern brauchen wir dafür eine erfahrene, starke Frau, die sich durchsetzen kann.“

Gleichstellungsfrage

Alle seien deshalb gebeten worden, sich nach solchen Kandidatinnen umzusehen. „Auch ich wurde angesprochen, geeignete Frauen auf diese Stelle aufmerksam zu machen. Das habe ich dann auch getan und u.a. auch Sabine Lauxen angesprochen.“ Bärbel Höhn lobt in dem Brief die Oberhausener Parteimitglieder: „Es zeigt sich wie gut es war, dass unsere Basis ganz eigenständig, die Gleichstellungsfrage so wichtig genommen hat.“