Groß angelegte Konto-Abzocke

Ein Betrüger soll bei mehreren tausend Opfern insgesamt 1,7 Millionen Euro abgebucht haben.
Ein Betrüger soll bei mehreren tausend Opfern insgesamt 1,7 Millionen Euro abgebucht haben.
Foto: ddp
Ein Betrüger soll insgesamt 1,7 Millionen Euro von Konten verschiedener Bankkunden abgebucht haben – auch bei Oberhausenern. Die Sparkasse informiert Betroffene.

Oberhausen. Petrus Egidius Knabben – unter diesem wenig unauffälligen Namen wurde jüngst von den Konten zahlreicher Bankkunden unrechtmäßig Geld abgehoben. Die Beträge waren relativ klein, weshalb mancher den Schaden noch gar nicht bemerkt haben dürfte. Die Oberhausener Sparkasse informierte betroffene Kunden schriftlich und bat sie, Anzeige zu erstatten.

Mit dem Verwendungszweck „Mobile App“ nahm der vermeintliche Betrüger, bei dem es sich um einen 62-jährigen Niederländer handeln soll, Abbuchungen in Höhe von jeweils 19,95 Euro vor. Dabei hatten die Konto-Inhaber gar keine derartige Software für ihr „Smartphone“ heruntergeladen, einige besitzen überhaupt kein solches internetfähiges Handy.

Erste Anzeigen eingegangen

Die Polizei im niedersächsischen Lingen, dort ist die Firma des mutmaßlichen Täters gemeldet, und die Staatsanwaltschaft in Osnabrück haben die bundesweiten Ermittlungen übernommen. Das Konto von Petrus Egidius Knabben mit einem Guthaben von rund 1,7 Millionen Euro wurde bereits von den Behörden beschlagnahmt. Noch ist unklar, woher die Datensätze für seinen großangelegten Betrug stammen. Einiges deutet darauf hin, dass sie bereits älteren Datums sein könnten.

Wie der Oberhausener Polizeisprecher Uwe Weighardt derweil bestätigt, gibt es auch vor Ort die ersten bekannten Fälle. „Derzeit sind drei Anzeigen in Bearbeitung.“ Da die Federführung in Niedersachsen liegt, werden die Erkenntnisse dort zusammengeführt, erklärt Weighardt.

Hotline der Polizei

Angelika Wösthoff, Leiterin der Verbraucherzentrale in Oberhausen, ist diese Betrugsmasche bereits bekannt. „Viele Opfer sind sich allerdings nicht sicher, ob sie nicht doch irgendwo ein Abo abgeschlossen oder eine Software heruntergeladen haben.“ Auf diese Unsicherheit setzten die Täter oftmals. „Wenn so eine Masche dann doch einmal auffliegt und die Hintermänner erwischt werden, machen diese oft schon bald danach eine neue Firma auf.“

Für Nachfragen von Betroffenen hat die Polizei in Lingen eine Hotline unter 05 91/ 87 400 (Anrufbeantworter) eingerichtet. Die Polizei bittet alle geprellten Bankkunden, bei ihrer örtlichen Dienststelle Anzeige wegen Betrugs zu erstatten.

Was tun bei verdächtigen Kontobewegungen?

Angelika Wösthoff von der Verbraucherzentrale rät, umgehend nach Bekanntwerden von unberechtigten Abhebungen das Geld von seiner Bank zurückbuchen zu lassen. „Man hat im Normalfall sechs Wochen Zeit für solche Rückbuchungen. Dafür ist es sinnvoll, dass man mindestens einmal im Monat einen Kontoauszug abholt.“ Sollte sich daraufhin der Urheber der Abbuchung schriftlich melden, etwa mit einer Zahlungsaufforderung oder einer Mahnung, gilt es Widerspruch einzulegen. Spätestens jetzt ist es geboten, diesen Betrugsversuch bei der Polizei zur Anzeige zu bringen.

 
 

EURE FAVORITEN