Glanzlichter in den Alltag bringen

Dorothee Mehnert (Mitte) bedankt sich bei Thomas Heipcke (Awo) und Jeanette Schmitz von Zonta dafür, dass ihr unbürokratisch geholfen wurde.
Dorothee Mehnert (Mitte) bedankt sich bei Thomas Heipcke (Awo) und Jeanette Schmitz von Zonta dafür, dass ihr unbürokratisch geholfen wurde.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Zonta-Club Oberhausen hat ein Sonderhilfen-Programm für bedürftige Frauen aufgelegt. Schon mancher Wunsch wurde erfüllt.

Oberhausen.. Einmal an einer Sommerfreizeit der Gemeinde teilnehmen, nach Jahren mal wieder Verwandte besuchen können, die weiter weg wohnen: Oft sind es gar keine Riesensachen, die Glanzlichter in den Alltag bringen können – und doch gibt es nicht wenige Menschen in Oberhausen, für die auch solche eher bescheidenen Wünsche auf lange Zeit unerfüllbar bleiben.

Der Zonta-Club, ein Netzwerk von berufstätigen Frauen in verantwortlichen Positionen, möchte deshalb helfen, kleine Herzenswünsche von Frauen zu erfüllen, die im Alter auf Grundsicherung oder Sozialhilfe angewiesen sind. Im Herbst vorigen Jahres ist das Projekt „Glanzlichter“ an den Start gegangen – und schon manche kleine Freude, manche konkrete Hilfe zur Bewältigung des Alltags konnte seither aus dem Zonta-Spendentopf finanziert werden.

Ein Flugticket für die Oma

Etwa Flugtickets für eine Dame, deren Tochter in Israel wohnt und dort Zwillinge bekommen hatte: Ohne die Hilfe von Zonta hätte die Oma die beiden wohl für lange Zeit nicht zu Gesicht bekommen. In einem anderen Fall finanzierte das „Glanzlichter“-Projekt Kleidung für eine Dame, die nach längerem Krankenhausaufenthalt eine Kur an der See bekommen sollte: Badeanzug, Bademantel und weitere Utensilien, die auf der Mitbringliste standen, hätte sie von ihrer Grundsicherungsrente auf einen Schlag nicht anschaffen können, so dass der Kuraufenthalt beinahe gescheitert wäre.

Oder die Hilfe für Dorothee Mehnert (63): „Ich brauchte dringend eine neue Matratze und hab deshalb einen Antrag bei der Stadt gestellt. Aber da hat man mir gesagt, dass ich mir das Geld von meiner Grundsicherungsrente zusammensparen muss.“ Gerade zur rechten Zeit erfuhr sie von der Aktion „Glanzlichter“: „Dann hab ich da angerufen und einen Termin gemacht.“ Sehr unbürokratisch und schnell sei ihr daraufhin geholfen worden. Aber längst nicht alle, die Unterstützung brauchen könnten, gehen die Sache so beherzt an wie Dorothee Mehnert. Häufig schämen sich ältere Frauen für ihre schwierige Finanzsituation und scheuen sich, Hilfe anzunehmen: „Manche muss man schubsen“, sagt Mehnert lachend. Zonta-Sprecherin Jeanette Schmitz bestätigt: „Die meisten Anträge kommen über Dritte zu uns. Wir sind dankbar für Hinweise und freuen uns, wenn es gelingt, kleine Glanzlichter zu setzen.“

So funktioniert’s: Abwicklung über die Awo

Frauen, die mindestens 60 Jahre alt sind und von Grundsicherung oder Sozialhilfe leben, können ihren Antrag auf eine Sonderhilfe (keine Auszahlung von Geld, Höchstförderung im Einzelfall maximal bis zur Summe von 300 Euro möglich), formlos bei der Awo stellen, die für Zonta die Abwicklung der Sonderhilfen übernimmt.

Ansprechpartner ist Thomas Heipcke, 85 000 81. Er ist für Anfragen auch per E-Mail erreichbar: theipcke@awo-oberhausen.de

Als Nachweis der Anspruchsberechtigung reicht auch ein Ausweis der Tafel.

 
 

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