Gewerkschaft ruft zum Boykott von XXXL-Rück auf

Zu einem Boykott des Möbelhauses XXXL-Rück ruft die Gewerkschaft Verdi die Bürger auf: „Wir fordern Sie auf, Ihren Einkauf bei XXXL-Rück so lange einzustellen, bis XXXL-Rück die Verfahren vor dem Landesarbeitsgericht zurückzieht, beziehungsweise diese im Interesse der Arbeitnehmer beendet sind“, heißt es in der Presseerklärung. Hintergrund des Appells sind die zahlreichen Kündigungen von Mitarbeitern nach der Übernahme des Hauses durch die XXXL-Gruppe.

Das Arbeitsgericht Oberhausen hatte in den allermeisten Fällen die ausgesprochenen Kündigungen für unwirksam erklärt, woraufhin XXXL-Rück Berufung gegen die Weiterbeschäftigung der betreffenden Mitarbeiter einlegte. Am 1. August findet nun die erste Verhandlung vor dem LAG Düsseldorf statt.

Eine „systematische Vorgehensweise bei der Zerschlagung des Betriebsrats, die Zerstörung der Mitbestimmung sowie Kündigung der ,teuren’ Beschäftigten“, wirft Verdi-Geschäftsführerin Henrike Eickholt dem Unternehmen vor und nennt des Gebaren „skandalös“. Rechtlich sei so etwas vielleicht möglich, moralisch aber mehr als verwerflich. Stadtspitze und Politik seien aufgefordert, in den nächsten Wochen sehr genau das Verhalten des Unternehmens im Auge zu behalten und bei der letztendlichen Entscheidung darüber, ob das Möbelhaus vom aktuellen Standort im Schladviertel auf das ehemalige Stahlwerksgelände ziehen kann, „auch das Verhalten von XXXL-Rück gegenüber den ehemaligen Beschäftigten zu berücksichtigen“.

In der Sitzung am 4. Juli hatte der Rat der Stadt Oberhausen mehrheitlich der Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zugestimmt. Dieser Entscheidung vorausgegangen war eine ausführliche Aussprache. In der hatten alle Fraktionen und Gruppen den Umgang von XXXL-Rück mit den gekündigten Beschäftigten kritisiert und die Wahrung der Arbeitnehmerrechte eingefordert.

„Nicht täuschen lassen“

Dazu erklärt Bernd Borgards, Betriebsrats-Vorsitzender von XXXL-Rück: „Mit einigen Beschäftigten habe ich an der Ratssitzung teilgenommen und mit großem Interesse die Diskussion verfolgt. Die fraktionsübergreifende und deutliche Unterstützung für die Beschäftigten hat uns sehr gefreut.“

An die Bürger gerichtet heißt es in dem Verdi-Schreiben: „Lassen Sie sich nicht von den großflächigen Werbeanzeigen täuschen. Das Verhalten von XXXL-Rück zieht sich durch die Republik. Kündigungen, schlechtere Arbeitsbedingungen, Zerschlagung der Betriebsräte und so weiter. Das ist die Strategie und ein solches Verhalten steht im krassen Widerspruch zu der Arbeitertradition in der Stadt Oberhausen.“

 
 

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