Geldautomaten-Gauner gehen leer aus

Mit Hilfe manipulierter Geldautomaten haben Gauner auch in Oberhausen Beute gemacht. Inzwischen aber greifen die Sicherheitsvorkehrungen der Geldinstitute.
Mit Hilfe manipulierter Geldautomaten haben Gauner auch in Oberhausen Beute gemacht. Inzwischen aber greifen die Sicherheitsvorkehrungen der Geldinstitute.
Foto: Polizei Oberhausen

Oberhausen. Man steht vor dem Geldautomaten, will sich mit Barem versorgen – und schwups, ist die Karte weg. Eingezogen, weil der Automat von Betrügern attackiert wurde und die Bank zur Sicherheit die Kundenkarten, die in diesen Automaten wandern, einkassiert. Kein Einzelfall mehr. Doch sämtliche Bankunternehmen haben der wegen zahlreicher Betrugsfälle in den vergangenen Jahren Maßnahmen ergriffen, um die Kunden in Zukunft zu schützen. Das hat offensichtlich gewirkt, denn das heimlichen Ausspähen von EC-Kartendaten (Skimming) wird immer seltener. In diesem Jahr blieb Oberhausen sogar ganz vom Skimming verschont, während 2010 noch 83 Versuche aufflogen.

Einige Banken sahen sich gezwungen, den Verfügungsrahmen ihrer EC-Karten im Ausland zu reduzieren oder zumindest ihre Bedingungen zu ändern, nachdem Skimming-Vorfälle bekannt wurden.

2011, berichtet die Oberhausener Polizei, gab es 71 Betrugsversuche, die frühzeitig entdeckt wurden. In drei Fällen wurde die Manipulation am Automaten erst entdeckt, als Beträge ins Ausland flossen. 2010 beliefen sich die Schäden auf 140 000 Euro. Die Vorsichtsmaßnahmen der Banken führen dazu, dass Oberhausen nun keine Skimming-Fälle mehr zu melden hat. Aber nicht alle Unternehmen springen auf den Präventivzug:

Commerzbank

Trotz Skimming-Opfern hat die Commerzbank ihren Kartenrahmen nicht reduziert. Im Ausland kann der Reisende weiter 500 Euro täglich und 2000 Euro wöchentlich abheben. Eine Einschränkung hält Pressesprecher Thomas Schwarz nicht für sinnvoll: „Werden unsere Kunde auf die Art bestohlen, bekommen sie den Schaden vollständig ersetzt.“ Das gehöre zum Service, wie auch das Geldabheben im Ausland: „Wir wollen dem Kunden diesen Service nicht entziehen.“

Sparda-Bank

Erst vor Kurzem reagierte die Sparda-Bank West auf Betrügereien und halbiert seit dem 2. Juli den zur Verfügung stehenden Betrag im Ausland. Außerhalb der EU-/EWR-Staaten, der Schweiz und Türkei können nur noch 100 Euro am Tag abgehoben werden. Sollte es der Kunde wünschen, kann er den Betrag individuell erhöhen oder sogar auf Null setzen. „Die Kunden haben diese Änderungen durchweg positiv aufgenommen“, sagt Pressesprecherin Nicole Geelhaar.

Targobank

Die Targobank reagiert auf die hohe Zahl der Betrugsfälle mit der Einführung einer V PAY EC-Karte. „Die Karte besitzt keinen Magnetstreifen, sondern nur einen EMV-Chip, der nicht kopiert werden kann“, berichtet Pressesprecher Benjamin Sekavcnik. Seit der Einführung 2007 gab es daher bei der Targobank keinen einzigen Skimming-Vorfall mehr. Das Tageslimit musste demnach nicht reduziert werden und beträgt im In-und Ausland nach wie vor 2500 Euro täglich.

National-Bank

Wie die Sparda-Bank West entschied sich auch die National-Bank gegen eine Einschränkung und belässt ihr Limit bei 2500 Euro pro Woche. Die Kunden dürfen sich aber selbst eine Grenze setzen.

Stadtsparkasse Oberhausen

Die Stadtsparkasse Oberhausen setzt auf ein System, das sie aus Gründen der Sicherheit nicht preisgeben möchte. „Skimming ist bei uns aber auch gar kein Thema“, sagt Pressesprecherin Janine Verbeeten. Außerhalb der Stadt dürfen 500 Euro täglich abgehoben werden, innerhalb Oberhausens dagegen 2000 Euro.

Deutsche Bank

Weil auch die Deutsche Bank in der Vergangenheit nicht von Skimming verschont bliebt, änderte sie 2011 ebenfalls ihr Konzept. Außerhalb Europas muss der Kunde die Karte vor Reiseantritt freischalten lassen, dann darf er selber bestimmten, wie hoch er den Verfügungsrahmen halten möchte. Vorher gab es keinerlei Beschränkungen – die Karten waren grundsätzlich freigeschaltet.

Sollte es aber zu Schadensfällen kommen, erstatten die meisten Unternehmen die verlorene Summe.