Oberhausen

„Ich sollte zwischen 60 Typen pinkeln!“ Fußball-Fan Nadine macht Polizei nach Chaos-Derby heftige Vorwürfe

Nach dem Spiel kam es zu schweren Auseinandersetzungen.
Nach dem Spiel kam es zu schweren Auseinandersetzungen.
Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen. Schwere Vorwürfe gegen die Polizei nach dem Regionalliga-Derby zwischen Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen.

Rund um das Spiel (1:1) lieferten sich einige Unbelehrbare aus den beiden verfeindeten Fan-Lagern immer wieder Auseinandersetzungen - auch mit der Polizei.

Polizei soll Fußball-Fan den Gang auf die Toilette verwehrt haben

Mittendrin war auch plötzlich Nadine S., die eigentlich nach dem Spiel nur auf dem Heimweg war. „Ich bin ein ganz normaler Fan und gehöre keiner Gruppierung an. Ich lief an den Polizisten vorbei, um mich auf den Weg nach Hause zu machen und wurde dann von einer Absperrung der Polizei festgehalten, weil ich mich leider Gottes inmitten unserer Fangruppierung wieder fand“, berichtete die 27-jährige Bürokauffrau gegenüber DER WESTEN.

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Polizei kesselt Fans ein

Nachdem es immer wieder zu Auseinandersetzungen rund um das Derby gekommen war, trennte die Polizei die RWO-Fans von den RWE-Anhängern und hielt sie für eine Weile fest. Mittendrin Nadine S., die jetzt nicht mehr zurück zum Stadion durfte. Problem: Sie musste auf die Toilette.

Gegenüber DER WESTEN schildert die 27-jährige Bürokauffrau aus Essen, dass sie eine Polizistin gefragt hätte, ob sie denn zurück zur „Fankneipe“ gehen dürfe. Das lehnte die Beamtin jedoch ab, so Nadine S. „Dann habe ich gefragt, ob ich nach vorne zum Restaurant laufen dürfe. Auch da lautete die Antwort: Nein.“

Auf die Frage, wo sie denn zur Toilette gehen solle, habe es dann die schockierende Antwort gegeben: im Gebüsch!

Im Ernst: Pinkeln zwischen 60 männlichen Fans?

Diese Antwort hinterließ Nadine fassungslos: „Jetzt soll ich also als Frau umzingelt von mindestens 60 männlichen RWO-Fans ins Gebüsch gehen und meine Hose runter ziehen, um zu pinkeln und den Männern einen Blick auf meine Intimste Stelle zu gewähren?“

Die Polizistin soll noch hinzugefügt haben, dass ihr Freund sich ja vor sie stellen könne. „Also bei aller Liebe und bei allem Respekt vor der harten Arbeit, die unsere Polizei alltäglich leistet, wie um alles in der Welt kann man so etwas von einer Frau verlangen?“, fragt Nadine schockiert.

Erst nach langen Diskussionen und nachdem sie nach einem Vorgesetzten fragte, sei ihr dann doch der Klogang zur Fankneipe gewährt worden. Alleine, ohne ihren Freund wohlgemerkt.

Polizei prüft Vorfall

„Also ganz ehrlich liebe Polizei, das war das Unglaublichste, was ich je erlebt habe,“ zieht sie ein ernüchtertes Fazit. Die Polizei Oberhausen reagierte prompt auf ihren Facebook-Post und setzte sich mit ihr in Kontakt. „Wir nehmen Ihre Beschwerde selbstverständlich ernst und werden Ihre Schilderungen prüfen“, kommentierte die Polizei Oberhausen auf Facebook.

Auf DER WESTEN-Anfrage sagte Polizeisprecher Tom Litges dazu: „Wir sind im Kontakt mit der jungen Frau und prüfen intern im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens die Sachlage.“ Dazu bittet er aber noch um etwas Geduld: „Wir werden die beteiligten Beamten befragen und können Ende der Woche mehr dazu sagen.“

Polizei musste Fans trennen

Und Polizeisprecher Axel Deitermann fügt hinzu: „Wir mussten nach dem Spiel Fans trennen. Sie wurden dann an bestimmten Stellen nicht weitergelassen. Das diente allein dem Schutz der Fans. Falls es in diesem Zusammenhang zu Vorfällen gekommen ist, die nicht in Ordnung waren, werden wir dem nachgehen.“

Gegenüber DER WESTEN versprach die Polizei, dass man sich bei Nadine S. entschuldigen wolle, sollte sich der Sachverhalt bestätigen. (ms/göt)

 
 

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