Friedens-Debatte um Flüchtlinge und Bundeswehr an Schulen

Zum 70. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki luden die Friedensinitiative und die Regionalgruppe der DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner) zu einer Sonntags-Debatte in die Gedenkhalle. Unter dem Titel „Atomwaffenfreie Zone Oberhausen – und dann?“ stellten sich die Oberbürgermeister-Kandidaten der Diskussion mit rund 30 Gästen und beantworteten die Frage, wie dieser Titel, den die Stadt sich 1983 gegeben hat, heute mit Leben zu füllen wäre.

Parteiübergreifend herrschte Konsens gegen das Wettrüsten. Apostolos Tsalastras (für SPD, Die Grünen, FDP), Daniel Schranz (CDU), Norbert Müller (Die Linke), Claudia Wädlich (Die Violetten) und Einzelbewerberin Anna-Maria Penitzka sagten zu, dass sie im Falle ihrer Wahl Mitglied der „Bürgermeister für den Frieden“ werden würden. In dieser Vereinigung von weltweit 4000 Städten, die sich der atomaren Abrüstung verschrieben haben, fehlte Oberhausen bislang – trotz des 32 Jahre alten Beschlusses zur „Atomwaffenfreien Zone“.

Zuvor hatten bereits vier Kandidaten am Empfang für die aus Münster kommende Friedens-Fahrradtour im Kaisergarten teilgenommen. Alle Kandidierenden konnten sich vorstellen, im Rat der Stadt eine gemeinsame Resolution an die Bundesregierung zu verabschieden, für den Abzug der letzten in der Eifel lagernden Atombomben Sorge zu tragen.

Auch in der Flüchtlingsfrage wurde die „Gemeinsamkeit der Demokraten“ betont und die große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung gelobt. Positiv bewerteten alle, dass Rechtsradikale in Oberhausen „keine Chance“ hätten. Strittig blieb die Behandlung von Flüchtlingen aus den Balkanstaaten.

Drittes Thema waren Auftritte der Bundeswehr an Schulen. Die Forderung der Friedensbewegung: Wenn schon Soldaten eingeladen würden, sollten auch Vertreter der Friedensbewegung dazu kommen, damit Schüler nicht nur einseitig „indoktriniert“ würden. Dem stimmten die OB-Kandidaten zu. Für die Veranstalter zog Ralf Fischer ein positives Fazit: „An zwei Fragen, der Beteiligung an den ‘Bürgermeistern für den Frieden’ und den Auftritten der Bundeswehr an Schulen, gibt es nach jahrelangem Stillstand endlich Bewegung!“

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