Frau statt Fraktionschef

Ratssitzung im Rathaus in Oberhausen - Wahl der neuen dritten Bürgermeisterin Steffi Opitz von den Grünen. Auf dem Foto: Blick auf die Beigeordneten
Ratssitzung im Rathaus in Oberhausen - Wahl der neuen dritten Bürgermeisterin Steffi Opitz von den Grünen. Auf dem Foto: Blick auf die Beigeordneten
Foto: WAZ FotoPool
Grüne benennen externe Kandidatin für Dezernentenposten. Volker Wilke hatte seinen Hut ebenfalls in den Ring geworfen

Oberhausen.. Wenn bei der Besetzung der ausgeschriebenen Beigeordnetenstelle nun demnächst der kleinere Partner der Rathauskoalition zum Zuge kommt, dann erhält die bislang ausschließlich mit SPD-Leuten besetzte Stadtspitze gewissermaßen einen „Tupfen Grün“. Was nach Leichtigkeit klingt, verlief für die Grünen selbst offenbar nicht ohne Reibungsverluste. Die Fraktion hat mit Sabine Lauxen nun eine stellvertretende Abteilungsleiterin aus dem Landesumweltministerium benannt – und damit eine externe Kandidatin dem eigenen Chef vorgezogen. Der Fraktionsvorsitzende Volker Wilke hatte seinen Hut ebenfalls in den Ring geworfen.

Knies? „Gab es nicht“

Bei der entscheidenden Runde am Montag, bei der sich zwei ausgewählte Kandidatinnen der Fraktion vorstellten und Lauxen auf die größere Zustimmung stieß, trat der Bewerber aus den eigenen Reihen nicht mehr an. Auf eine Präsentation habe er verzichtet, so Wilke. Offenbar war zuvor deutlich geworden, dass die Fraktion unbedingt eine Frau auf dem Posten sehen will. Offiziell sagt das freilich niemand. „Wenn man sich verschiedene Zielsetzungen gibt, wägt man die auch miteinander ab“, formuliert Wilke diplomatisch. „Knies“ habe es bei der Personalsuche nicht gegeben.

Dennoch: Wie belastet ist das Verhältnis zwischen ihm und seiner Fraktion sowie der designierten Dezernentin nach dieser Entscheidung, die man auch brüskierend nennen könnte? „Die Fraktion wird vertrauensvoll mit Sabine Lauxen zusammenarbeiten,“ sagt Wilke. Wird er dann noch Teil jener Fraktion sein – und deren Vorsitzender? „Gehen wir mal davon aus.“

Keine einfache "Gemengelage"

Sabine Lauxen wird bei ihrem möglichen Amtsantritt am 1. August also keine einfache Gemengelage vorfinden – nicht nur, was die Grünen-Fraktion anbelangt. Denn auch über den Zuschnitt ihres Dezernats gab es lange Diskussionen, in diesem Fall innerhalb der Koalition. Ausgeschrieben war die Stelle für die Bereiche Umwelt, Gesundheit und Stadtplanung. Das bedeutete, dass das Bau- und Planungsdezernat von Peter Klunk (SPD) aufgeteilt wird. Bleibt es dabei? Wilke: Der endgültige Zuschnitt „steht auf der Tagesordnung einer der nächsten Koalitionsausschusssitzungen“.

Lauxen soll sich am 14. Juni den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses vorstellen und in der Ratssitzung am 25. Juni gewählt werden.

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