Frau aus Oberhausen nimmt verstoßenes Kaninchen auf

Beate Reintjes kümmert sich für den Tierschutzverein um  Meerschweinchen und Kaninchen wie „Hasi“. Foto:Zlatan Alihodzic
Beate Reintjes kümmert sich für den Tierschutzverein um Meerschweinchen und Kaninchen wie „Hasi“. Foto:Zlatan Alihodzic
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„Hasi“ war auf dem Sperrmüll gefunden worden. Nun lebt er bei Beate Reintjes. Sie warnt: Tierfreunde haben oft falsche Vorstellungen von der Kaninchenhaltung.

Oberhausen.. Ob Hasi wohl eines von diesen vermeintlichen Kuschelkaninchen war? Angeschafft von Eltern als weiteres Spielzeug für den Nachwuchs? Hasi landete schwer verletzt mit eingedrücktem Gesicht und voller Flöhe und Milben auf dem Sperrmüll. Hasis schreckliche Geschichte hatte ein Happy End. Menschen fanden ihn. „Sie kamen mit dem Kaninchen zur Tiertafel des Tierschutzvereines und haben ihn dort uns überlassen“, sagt Beate Reintjes.

Die Oberhausenerin hat eine Pflegestelle. Sie kümmert sich für den Tierschutzverein um Kaninchen und Meerschweinchen, die vermittelt werden sollen. Manchmal bleiben Tiere auch bei ihr hängen. Dazu gehört der ältere, nicht kastrierte Hasi. Und ein ebenfalls betagtes nicht kastriertes Meerschweinchenböckchen. Weil man den Tieren eine Kastration in ihrem Alter nicht mehr zumuten wollte, sie deshalb aber auch schlecht mit Damen vergesellschaften konnte, setzte Beate Reintjes kurz Kaninchen und Meerschweinchen zusammen.

Meerschweinchen und Kaninchen gehören nicht zusammen

„Das soll man nicht“, gibt Reintjes zu. Es sei in diesem Fall aber Liebe auf den ersten Blick gewesen. Gerade noch putzt das Meerschweinchen Hasi. Beide sitzen in einem Käfig, dessen Klappe immer offen steht. Wenn sie mögen, können sie durch die Wohnung laufen.

Oft werden Kaninchen in viel zu kleinen Käfigen gehalten, sagt die Tierschützerin. Auch werde den geselligen Tieren häufig ein Leben als Einzelgänger aufgebürdet. Die Langohren bekommen Berge an Trockenfutter, was ihnen nicht bekommt. Beate Reintjes jedenfalls warnt, Kaninchen – und auch Meerschweinchen — seien keine Tiere für Kinder. „Es sind Beobachtungstiere, keine Tiere zum Kuscheln“, weiß sie. „Manche lassen sich zwar ganz gerne streicheln, aber manche auch nicht,“ sagt die Expertin. Wenn Eltern ihren Kindern vierbeinige Freunde kaufen, sollten sie nicht ins Geschäft, sondern zum Tierheim oder zum Tierschutzverein gehen, fordert Beate Reintjes zudem.

Mindestens zwei Stunden Auslauf am Tag

Vor der Anschaffung gelte zu bedenken: Die niedlichen Mümmelmänner brauchen Pflege und Platz. „Am besten ist für Kaninchen ein Auslauf draußen, nach oben gesichert und mit einem gut isolierten Häuschen für den Winter“, sagt Reintjes. Wer ohne Garten auskommen muss, braucht einen sehr großen Käfig. Auslauf benötigen die Tiere dennoch – mindestens zwei Stunden am Tag. Und mehrere Tiere – mindestens zwei – müssten es sein.

Auf ihrem Speiseplan sollten Gurke, Salat, Paprika, Zucchini oder Tomaten stehen. „Nicht zu vergessen Karotten“, sagt Reintjes. Hin und wieder ein Apfel und nur wenig Trockenfutter.

Der Käfig muss regelmäßig sauber gemacht werden. Krallenpflege und bei langhaarigen Tieren der Haarschnitt bedeuten schon Arbeit. Daran sollte jeder denken.

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