Franzosen kaufen Oberhausener Centro-Anteile für eine halbe Milliarde Euro

Die Neue Mitte mit dem Centro in Oberhausen.
Die Neue Mitte mit dem Centro in Oberhausen.
Foto: Hans Blossey
Dickes Geschäft mit dem Centro: Für mehr als eine halbe Milliarde Euro verkauft die englische Stadium Group ihre Hälfte am Oberhausener Einkaufszentrum Centro. Käufer ist der französische Shopping-Mall-Riese Unibail-Rodamco. Sein Chef Christophe Cuvillier jubelt: "Eine einmalige Chance."

Oberhausen.. Das Centro steht im Mittelpunkt eines Mega-Deals im europäischen Einzelhandel: Der britische Centro-Entwickler und -Miteigner Stadium Group verkauft für 535 Millionen Euro seinen 50-Prozent-Anteil an dem Oberhausener Einkaufszentrum an den französischen Investor Unibail-Rodamco. 469 Millionen davon streicht Stadium sofort ein. Die Übernahme teilte der Käufer, ein börsennotiertes Immobilien- und Investmentunternehmen mit Sitz in Paris, mit.

Unibail-Rodamco, einer der führenden Shopping-Mall-Betreiber in Europa, geht dazu eine Partnerschaftsvereinbarung mit dem kanadischen Pensionsfonds Canada Pension Investment Board (CPPIB) ein. Stadium hatte CPPIB bereits 2011 die erste Hälfte am Centro verkauft.

1,8 Milliarden Euro wert

Die englische Stadium-Gruppe hatte das Centro entwickelt, realisiert und im September 1996 eröffnet. Mit dem Verkauf ziehen sich die Briten gänzlich aus dem Oberhausener Einkaufszentrum zurück – nach jahrzehntelanger vertrauensvoller Zusammenarbeit auch mit Vertretern der Stadt. In dieser Zeit hat sich das Centro, das nach der Erweiterung 2012 insgesamt 117.000 Quadratmeter Handelsfläche umfasst, zu einem der größten und erfolgreichsten Shopping-Center Europas entwickelt. In die Neue Mitte kommen jährlich 25 Millionen Besucher.

Entsprechend euphorisch wertet Unibail-Rodamco-Chef Christophe Cuvillier den Einstieg, für den noch grünes Licht von den Kartellbehörden nötig ist: „Der Erwerb unterstreicht unsere Fähigkeit, einmalige Chancen unter den besten Zentren Europas auszuloten und zu ergreifen. Das Centro rundet unser einzigartiges Portfolio von 60 großen Shopping-Centern in Europa ab.“ In dem Geschäft wird das Centro mit 1,8 Milliarden Euro bewertet.

"Standort wird profitieren"

„Erst einmal bleibt alles beim Alten“, sagt Centro-Management-Geschäftsführer Frank Pöstges-Pragal. Mittel- bis langfristig werde das Management der Mall in die deutschen Strukturen der mfi AG überführt werden. Unibail-Rodamco hat bereits den Shopping-Center-Spezialisten mfi sowie den Bochumer Ruhr-Park gekauft. Die Centro-Beteiligung bietet dem französischen Konzern nach eigenem Bekunden „eine einmalige Gelegenheit, die Präsenz in Deutschland auszubauen“.

Für Stadium sei es „ein idealer Zeitpunkt“, nach fast 25 Jahren Entwicklung und Betrieb auszusteigen, meint Pöstges-Pragal. Stadium habe sich erstaunlich lange engagiert. „Da geht eine Ära zu Ende.“ Er glaubt, dass sich die Briten auch mit ein wenig Wehmut aus dem Projekt zurückziehen.

Der Verkauf des „Filetstücks“ der deutschen Einkaufszentren habe aber eher etwas Positives, da die neuen 50-Prozent-Eigner absolute Shopping-Center-Experten seien, so der Geschäftsführer. „Ich glaube, dass das Centro und der Standort davon profitieren werden.“

 
 

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