Oberhausen

In Oberhausen bekommen immer weniger Menschen Asyl-Leistungen – das ist der Grund

Refugees Welcome steht auf der Tür zur Flüchtlingsberatungsstelle in Oberhausen. In der Stadt gibt es immer weniger Empfänger von Asyl-Leistungen.
Refugees Welcome steht auf der Tür zur Flüchtlingsberatungsstelle in Oberhausen. In der Stadt gibt es immer weniger Empfänger von Asyl-Leistungen.
Foto: FUNKE Foto Services
  • In Oberhausen geht die Zahl der Empfänger von Asyl-Leistungen drastisch zurück
  • Die Stadt verzeichnet ein Minus von 40 Prozent
  • DER WESTEN hat recherchiert, wie es zu dem auffälligen Rückgang gekommen ist

Oberhausen. In Oberhausen ist die Zahl der Empfänger von Asyl-Leistungen weiter deutlich gesunken. Gibt es also wesentlich weniger Flüchtlinge in der Stadt?

Die Stadt Oberhausen hat für diese Entwicklung mehrere Erklärungen.

Immer weniger Empfänger von Asyl-Leistungen: Minus von 40 Prozent

Im letzten Jahr ging die Zahl der Flüchtlinge, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen, zurück. Waren es im Jahr 2016 noch 2500 Flüchtlinge, so bezogen 2017 nur noch 1500 Asylbewerber die Leistung. Das macht einen Rückgang von 40 Prozent.

Diese Zahlen basieren auf den Berechnungen der Statistiker des Regionalverbandes Ruhr und auf der Grundlage der Zahlen des Statistischen Landesamtes.

Stadt Oberhausen bestätigt: Zahl der Empfänger von Asyl-Leistungen sinkt stetig

„Richtig ist, dass die Zahl derer, die Leistungen nach dem AsylbLG in Oberhausen erhalten, stetig gesunken ist“, so Stadtsprecher Martin Berger zur aktuellen Entwicklung.

Das liege größtenteils an der Verteilung der Asyl-Bewerber, auch auf die umliegenden Städte.

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Oberhausen erfüllt Flüchtlingsquote seit 2017 zu 100 Prozent

Die Flüchtlinge würden momentan nach dem festgelegten Verteilerschlüssel - dem Königsteiner Schlüssel - auf die Länder und Kommunen in NRW verteilt werden.

„Der Erfüllungsgrad der Stadt Oberhausen liegt hierbei seit März 2017 bei über 100 Prozent, sodass die Bezirksregierung zunächst Kommunen in Anspruch nimmt, die eine geringere Erfüllungsquote aufweisen“, so Stadtsprecher Berger weiter.

Keine Zuweisungen neuer Flüchtlinge mehr

Da Oberhausen die Aufnahmeverpflichtung aber vorbildlich erfüllt habe, würden der Stadt derzeit keine neuen Flüchtlinge mehr zugewiesen werden.

„Der Bestand der bisherigen Leistungsbezieher wird insofern in der Regel durch die Beendigung des Asylverfahrens, mit einem Wechsel zu Sozialleistungen nach Sozialgesetzbuch 2 bei der Anerkennung oder durch die Rückkehr in das Heimatland, sukzessiv abgebaut“, erklärt Berger.

Diese Entwicklung bleibe erst einmal so bestehen, bis der Erfüllungsgrad im Vergleich zu den anderen Kommunen wieder sinke.

Andere Ruhr-Städte haben ähnliche Zahlen

„Im Monat Juli erhielten in Oberhausen 1.343 Personen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz“, so Berger.

Der starke Rückgang von Empfängern der Asyl-Leistungen ist nicht nur in Oberhausen zu erkennen: In allen elf kreisfreien Städten der Metropole Ruhr sank die Zahl der Empfänger von Asylleistungen. Gerade Bochum nehme hier eine herausragende Stellung ein.

Lediglich in ein paar wenigen kreisangehörigen Städten ist eine Zunahme von Leistungsempfängern zu erkennen, zum Beispiel in Recklinghausen und in Dorsten.

 
 

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