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Flagge zeigen! Sondaschule übertönte mit „Fest der Liebe“ in Oberhausen eine rechte Demo

Flagge zeigen! Sondaschule übertönte mit „Fest der Liebe“ in Oberhausen eine rechte Demo

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Hier rocken Sondaschule. Foto: Linda Schreiber

In Oberhausen demonstrierte das rechte Bündnis „Bürger gegen den Politikwahnsinn“

Rund 500 Gegendemonstranten feierten und setzten damit ein Zeichen

Sondaschule lieferte die passende – und lautere – Musik

Oberhausen. 

Rechte haben keinen Platz hier!

Das ist die Botschaft, die die Sondaschule an die rechte Initiative „Bürger gegen den Politikwahnsinn“ gesendet hat. Die Pegida-ähnliche Gemeinschaft demonstrierte am Mittwochabend auf dem Altmarkt in Oberhausen.

Vor dem Gdanska hatte das Antifaschistische Bündnis zur Gegendemo aufgerufen. Und hier spielte auch die Ska-Punk-Band Sondaschule aus Mülheim. Rund 500 Menschen waren ab 17.30 Uhr dabei.

Nach dem Auftritt folgten die Kundgebungen des Antifaschistischen Bündnisses.

„Es war ein Fest der Liebe“, sagte Sondaschule-Frontmann Tim Kleinrensing alias „Costa Cannabis“ nach dem Konzert. „Ich bin glücklich, dass wir die Nazis übertönt haben.“

Klar, bei dem Equipment: Eigentlich hatten sich Sondaschule nur die – deutlich kleinere – Anlage des Gdanska ausleihen wollen. Sonntagabend erst entschieden sie sich spontan zu dem Konzert, fragten im Lokal nach. Grünes Licht.

Die Band meldete das Konzert bei der Stadt an, postete die Ankündigung bei Facebook – „und dann haben sich die Leute einfach bei uns gemeldet und uns Hilfe angeboten“, sagt Costa.

Dass die Bühne letztlich so groß und die Anlage so laut und gut war, haben sie unter anderem Verdi zu verdanken.

„Wir hätten auch vorm Gdanska auf dem Bürgersteig gespielt.“ So aber sei es natürlich viel toller gewesen.

Pfiffe und Mittelfinger

So laut Sondaschule auch waren: Als die ersten „Bürger gegen den Politikwahnsinn“ auf der anderen Seite des großräumig abgesperrten Altmarkts auftauchten, gellten die Pfiffe.

„Nazis raus“ brüllten die Konzertbesucher im Chor, reckten die Mittelfinger in die Luft.

Auch die andere Seite ließ sich da nichts nehmen. Aber sie waren in der Unterzahl. Für die rechte Demo hatten sich etwa 90 Menschen versammelt.

Insgesamt friedlich

Beide Demos liefen ziemlich störungsfrei ab, so die Polizei. Nur einige wenige Teilnehmer hätten gezielt provoziert.

Es gab fünf Platzverweise und vier Anzeigen, weil Teilnehmer verbotene Symbole getragen oder Betäubungsmittel dabei hatten.

Einige Straßen in der Oberhausener City waren während der Versammlungen gesperrt. Um 21.30 Uhr waren beide Demos beendet.

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