Feuerwehrmann stirbt eine Woche nach Starkstrom-Unfall

Mehr als eine Woche nach einem schweren Stromschlag ist ein Feuerwehrmann (Symbolbild) aus Oberhausen gestorben.
Mehr als eine Woche nach einem schweren Stromschlag ist ein Feuerwehrmann (Symbolbild) aus Oberhausen gestorben.
Foto: Archiv/dpa
Zwei Feuerwehrmänner aus Oberhausen gerieten Anfang Oktober an ein Starkstromkabel. Eine Woche später starb einer der Männer an den Folgen.

Oberhausen. Zehn Tage nach einem Starkstrom-Unfall in Oberhausen ist ein Feuerwehrmann (43) seinen schweren Verbrennungen erlegen. Der Drehleiter-Korb, in dem der Mann gestanden hatte, war gegen eine Stromleitung geraten. Der Brandschützer hinterlässt eine Frau und zwei Kinder (1 und 8 Jahre). Auch sein Kollege, der die Drehleiter von unten steuerte, hatte einen Stromschlag abbekommen.

Es sei der erste tödliche Unfall in der Geschichte der Oberhausener Feuerwehr, erklärte ein Stadtsprecher. Alle Fahrzeuge der Feuerwehr fahren jetzt eine Woche lang mit Trauerfor – als Zeichen der Trauer und Anteilnahme.

Korb touchierte 110.000-Volt-Kabel

Der Unfall passierte bei einem Einsatz in der Nacht zum 1. Oktober: Anwohner der Rheinischen Straße in der Nähe der Olga hatten gegen 1 Uhr Rauch auf einem Firmengelände bemerkt. Es war ein harmloser, kleinerer Brand. Aber die Feuerwehr hatte keine freie Sicht auf das Gelände. Um über die Lärmschutzwand zu schauen, musste ein Feuerwehrmann im Drehleiterkorb ein paar Meter in die Höhe fahren. Dabei touchierte der Korb das 110.000-Volt-Kabel.

Der Drehleiter-Führer konnte schnell ins Krankenhaus gebracht werden. Aber bei seinem Kollegen im Korb dauerte es länger: Spezialkräfte der Feuerwehr mussten erst das Stromkabel erden, um nicht selbst in Gefahr zu geraten. Der Verletzte blieb mehrere Stunden bewusstlos liegen. Erst dann kam er ins Krankenhaus.

Auf der Facebook-Seite der Feuerwehr Oberhausen drückten viele Nutzer ihr Beileid aus. Auch Oberbürgermeister Daniel Schranz zeigte sich tief betroffen: "Unsere Gedanken und Gebete gelten seiner Familie und den Angehörigen. Und auch seinen Kolleginnen und Kollegen gilt unser tiefes Mitgefühl.“ Der für die Feuerwehr zuständige Beigeordnete Frank Motschull äußerte sich erschüttert: Der Unfall zeige, wie gefährlich der Einsatz bei Brandschutz und Rettung sein kann und dass man "trotz bester Ausbildung und bei aller technischer Ausrüstung und ständigen Übens vor furchtbaren Schicksalsschlägen nicht gefeit" sei.

 
 

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