Feuerwehren befürchten Katastrophe

Andrea Micke
Die Betuwe-Linie ist wieder Thema.                                                                                                            Foto: Kurt Michelis WAZ / FotoPool
Die Betuwe-Linie ist wieder Thema. Foto: Kurt Michelis WAZ / FotoPool
Der Arbeitskreis Notfallsicherung der Feuerwehren, befürchtet, dass es zu einer Katastrophe kommen könnte, wenn ein Zug nach dem Ausbau der Betuwe-Linie dort verunglückt. Zumindest, wenn die Deutsche Bahn AG dem Sicherheitskatalog der Brandschützer nicht folgt.

Oberhausen. Das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der Betuwe-Linie soll 2012 beginnen. Ein drittes Gleis und entsprechender Lärmschutz brächten endlich Entlastung der geplagten Anwohner der Strecke, die mit zunehmendem Güterverkehr leben müssen. Aber ist im Falle eines Unglücks auch ein zügiger Einsatz der Rettungskräfte gesichert?

Die Mitglieder des Arbeitskreises Notfallsicherheit der Feuerwehren, die einen Sicherheitskatalog für die Strecke erarbeitet haben, befürchten, dass die Bahn ihre Forderungen nicht erfüllen wird und sich eine Katastrophe anbahnt, sollte ein Zug verunglücken.

Deshalb luden die Stadt Oberhausen und die Bürgerinitiative „Betuwe - so nicht!“ am Mittwoch zu einer Fachkonferenz ein. An der nahmen auch die Oberhausener Bundestagsabgeordneten Michael Groschek (SPD) und Marie-Luise Dött (CDU) sowie die Dinslakenerin Sabine Weiss (CDU,MdB) teil. „Leider war zu diesem Treffen kein Vertreter der Deutschen Bahn AG erschienen“, bedauerte Manfred Flore, Sprecher der Bürgerinitiative.

Das Fehlen eines Vertreters des Unternehmens, das für den Ausbau der Strecke verantwortlich ist, weckte weitere Befürchtungen der Sicherheitsexperten. „Die Bahn äußert sich nicht zu unseren Forderungen, sie sagt nicht, was sie von den notwendigen Maßnahmen umsetzen will“, ist Flore beunruhigt. Er nennt gleich ein Beispiel. Flore: „Die Bahn plant Eingangstüren für die Lärmschutzwände nur alle 1000 Meter.“ Sollte ein Zug nun zwischen zwei dieser Türen verunglücken, müssten Rettungskräfte mit Tragen 500 Meter zum Unglücksort hasten und wieder 500 Meter zurück zu den Rettungswagen. Zudem seien die geplanten Türen nicht größer als einflügelige Wohnungstüren. „Da kommen Leute mit Tragen gar nicht durch“, macht Flore deutlich. Oder: Die Feuerwehr dürfe erst auf die Gleise, wenn der Strom abgestellt sei. Bis der Notfallmanager der Bahn, der das in die Wege leitet, vor Ort sei, vergingen 30 Minuten.

Wegen dieser Sicherheitsrisiken wollen die Politiker, so Flore, den Ausbauplänen der Bahn erst zustimmen, wenn sie den Anforderungskatalog der Feuerwehren erfüllen. Ansonsten heißt es wohl wieder: „Betuwe - so nicht!“