Erster Einsatz führt Helfer aus Oberhausen nach Nepal

Martin Kienemund arbeitet in einem Essener Krankenhaus. Nepal war für den Mann aus Oberhausen der erste Rettungseinsatz. Foto:Kerstin Bögeholz
Martin Kienemund arbeitet in einem Essener Krankenhaus. Nepal war für den Mann aus Oberhausen der erste Rettungseinsatz. Foto:Kerstin Bögeholz
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Der Rettungsassistent Martin Kienemund aus Oberhausen engagiert sich bei der Hilfsorganisation Isar. Nach heftigem Erdbeben in Nepal half er eine Woche.

Oberhausen.. Für Martin Kienemund war es sein erster Rettungseinsatz: Der 31-Jährige reiste mit der Organisation International Search und Rescue (Isar) nach Nepal, um den Menschen dort nach den jüngsten großen Erdbeben zu helfen.

52 Helfer und sieben Hunde machten sich auf den Weg in eines der ärmsten Länder der Erde. „Wir sind ein Zusammenschluss aus Feuerwehrleuten, Katastrophenschützern und Leuten vom Rettungsdienst“, sagt Martin Kienemund über die Isar-Gruppe. Er selbst ist Rettungsassistent und arbeitet in einem Essener Krankenhaus. Bei Isar engagiert sich der Oberhausener schon seit einiger Zeit. „Wir trainieren mehrmals im Jahr“, erzählt er über sein Engagement. Geübt wird die Befreiung von verschütteten Menschen.

Stopp nach sechs Stunden Flug

Als Nepal nun nach dem ersten heftigen Erbeben ein internationales Hilfegesuch stellte, wurde Isar vom Land NRW beauftragt, nach Südasien zu reisen. „Wir garantieren, innerhalb von sechs Stunden an einem Flughafen zu sein.“ Das schafften sie bei dem Hilfseinsatz in der Erdbebenregion: Mit dem Flieger ging es von Frankfurt nach Neu-Delhi. Sechs Stunden dauerte der Flug.

Doch dann gab es Probleme: „Wir kamen nicht von Neu-Delhi weg“, erklärt der Rettungsassistent. Nicht jede Maschine nehme Hunde mit. Und dann gebe es in Kathmandu nur eine Hand voll Piloten, die da landen dürfen. „Es ist ein schwieriges Gelände mitten in den Bergen und das Wetter verändert sich stündlich“, schildert Kienemund. So dauerte es einen Tag bis die Helfer in die Hauptstadt Nepals fliegen konnten.

In Kathmandu mussten dann noch Fahrzeuge organisiert werden. Innerhalb von zwei Stunden hatten sie zwei Busse und einen Lastwagen zur Verfügung. „Wir haben alles verladen und sind in das große Lager gefahren, das hinter dem Flughafen liegt.“

Der Oberhausener war bei seinem ersten Besuch überrascht: „90 Prozent der Häuser standen noch.“ Eingefallen seien die mit Lehm gebauten Häuser und die Tempel. Die Aufgabe seiner Gruppe sei gewesen, mit den Hunden auf die Trümmer zu gehen. Schlagen die Hunde an, liegt jemand unter den Trümmern. „Der Mensch wird geborgen und versorgt.“ Die Einheimischen hatten aber schon viele Trümmer selber weggeräumt, um verschüttete Menschen zu finden.

Helfer in den Krankenhäusern

„Unser Team hat sich dann geteilt“, erzählt er. Einige von ihnen seien nach Gorka ins Landesinnere gefahren, um in den Krankenhäusern zu helfen. Seine Gruppe hätte in Kathmandu mit Experten geschaut, wie die Gebäudelage war, ob die Häuser noch bewohnbar waren.

„Die Einheimschen waren schon froh, dass wir da waren“, sagt Kienemund. Sie hätten in Zelten übernachtet aus Angst vor Nachbeben. Viele Menschen hätten kein Geld gehabt, um sich sauberes Wasser kaufen zu können. Martin Kienemund bedauert auch, dass sie nicht in Bergdörfer kamen. „Hubschrauber hat man uns nicht zur Verfügung gestellt“, sagt er. Mit dem Auto war dort kein Durchkommen. Zu Fuß wären es tagelange Märsche gewesen.Und nach einer Woche wurde das gesamte Team schon wieder zurückgerufen.

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